unglaublich...

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ist, dass ein Regime 1,7 Millionen Bürger tötete, weil sie nicht dessen Vorstellungen vom wahren Kommunisten entsprachen. In Kambodscha verfolgte man zwischen 1975 und 1979 auch die, die eine Brille trugen und damit als Intellektuelle angesehen wurden. Das südostasiatische Land hat den Genozid der Künstler, Gelehrten, Ingenieure und Tänzer durchgemacht. Verständlich, dass es bis heute in Kambodscha viel Misstrauen gibt.

Auch im Tanz, schreibt Susanne Lenz (auf Seite 56): Wagt es eine Choreografin beim Versuch, die uralten, religiös fun­dierten Tra­di­tionen wiederzubeleben, moderne Gedanken in die Tänze einzu­flechten, ist der Dünkel groß. Den dreieinhalbtausend Worten der kambodscha­nischen Sprache entsprechen ebenso viele Gesten im Namen des Reichsgründers Jayavarman II. Seine Herrschaft beruhte darauf, im Namen von Indra, dem König der Götter, regieren zu dürfen. Wer daran rüttelt, ähnelt einem westlichen Choreografen, der an unseren Werten wie Menschenwürde, Gleichheit und Emanzipation zweifeln wollte.

«Religionen keimen in einer gesellschaftlichen Nährlösung, die die Verrichtung von Sinn und den Hunger nach Sinn zugleich betreibt», schreibt der ehemalige Ballettdramaturg und ...

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Tanz November 2010
Rubrik: Editorial, Seite 1
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