Und trinkt und trinkt
Wagner Schwartz zieht über seinen nackten Körper eine Schürze, bindet sie sorgfältig am Rücken zusammen, breitet akkurat die drei Meter Stoffbahn, aus der die Schürze besteht, auf den Boden aus und lässt sich selbst mit nacktem Popo auf diesen nieder. Kapriziös und anmutig wie eine japanische Geisha. In der nächsten Viertelstunde wird Wagner Schwartz eine Flasche Weißwein leeren, er wird danach auf charmante Weise betrunken sein, er wird ein wenig mit dem schwankenden Boden kokettieren und sich würdevoll um Haltung bemühen. Wagner Schwartz ist Brasilianer.
«Wagner Ribot Pina Miranda Xavier Le Schwartz Transobject» heißt sein Solo, es ist das Ergebnis einer Frankreich-Reise. Dorthin hatte sich Schwartz begeben, weil er sich für Konzeptkunst interessiert, für Jérôme Bel etwa und Xavier Le Roy. Dass man in Brasilien viel über den französischen Tanz, aber in Frankreich kaum etwas über brasilianischen Tanz und dortige Konzeptkunst-Diskussionen wissen will, war nur eine seiner Reiseerfahrungen.
Brasilianische Städte wie Rio de Janeiro sind Moloche, die alles in sich aufnehmen, jeden neuen Trend verschlingen und – verdauen. Auch das tut Schwartz in seiner Performance. Er trinkt nicht nur ...
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