Tanz der Neuronen
«Schön» – das ist hier pink, klotzig, leuchtend. Fünf magentafarbene LED-Buchstaben stehen im Innenhof des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik: SCHÖN. Ob dieses SCHÖN nun schön ist, oder doch nicht eher scheußlich-schön, aufdringlich und provokant, darüber möchte man sofort diskutieren. Aber bevor ich den Mund aufmache, lächelt es neben mir: «Dieses ‹SCHÖN› soll uns jeden Morgen pushen.
» Eine helle, zarte Frauenstimme, ein winziger fremdländischer Akzent: «Was finden wir warum schön?» So lautet die Urfrage dieses Hauses, das sich seit Gründung 2013 der Erforschung des Schönen verschrieben hat. Eine Art Denk-Mantra also ist diese Kunstinstallation. Na schön.
Begegnung mit Doktor Julia F Christensen, Neurowissenschaftlerin, Psychologin, Tanzforscherin. Ich besuche sie an einem trüben Tag an ihrem Arbeitsplatz, dem Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik. Das nüchterne Bürogebäude in Frankfurt City könnte auch eine Versicherung beherbergen. Unscheinbares Braun, viele Stockwerke, blitzblanker Steinfußboden, nur das pinke SCHÖN im Innenhof fällt etwas raus aus der Spießer-Architektur. Und der turboschnelle Aufzug wie aus einem Sci-Fi-Film: ein Augenzwinkern, schon ist man ...
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Tanz 7 2022
Rubrik: Ideen, Seite 49
von Nicole Strecker
Bozen
TANZ BOZEN – BOLZANO DANZA
Was der zeitgenössische Tanz eigentlich kaum noch will: das «Potenzial menschlicher Kraft und Leistungsfähigkeit» vermessen. Deshalb ist es durchaus eine interessante Verweigerung gegenwärtiger Trends, wenn das Festival «Bolzano Danza» im Südtiroler Bozen genau das zum Zentrum seines Programms adelt: Exzess, Verausgabung. Und zwar...
Zwei Dinge hat die Kritikerin an diesem Abend gelernt: 1. Niemals auf Google verlassen! 2. Was richtig gut ist, wirkt selbst im Mitschnitt aus der Totalen! Und richtig gut ist dieser «Peer Gynt», von Johan Inger 2017 in Basel uraufgeführt und jetzt als Deutschlandpremiere beim Ballett der Dresdener Semperoper angelangt. Wo die Journalistin in die Verlegenheit kam,...
Website
BALANCHINE FOUNDATION
Das Erbe George Balanchines ist schon lange gut gesichert und für die Nachwelt aufbereitet – die Rechte an den Werken des Choreografen verwaltet der Balanchine Trust, für seinen Nachruhm und die Dokumentation seines Schaffens sorgt die Balanchine Foundation. Deren Website war schon vorher ein Quell allen Wissens über den wichtigsten...
