Traumspur

Madison Young tanzt beim Bayerischen Staatsballett in der allerersten Reihe. Was sie will, weiß sie sehr genau. Erzählt hat sie es Eva-Elisabeth Fischer

Das Schönste sind ihre Hände. Eine Ballerina mit hölzernen Händen könne man vergessen, hat Mikhail Baryshnikov sinngemäß einmal gesagt. Madison Youngs Hände, klein und schmal, aber beherrschen die perfekte Neigung im Handgelenk, bewegt wie durch einen Lufthauch. Sie sind das blütenförmige Ende eines sacht gewinkelten, schlanken Arms. In solch beredten Händen fließt die Energie der reinen Empfindung, und sie erzählen etwas, was sich schlecht in Worte fassen lässt – ganz ohne jeden Manierismus, wie ihn so manche Ballerina durch Überstreckung kultiviert.

Die Hände, die seien noch nicht so schön gewesen, als Madison Young vor eineinhalb Jahren beim Bayerischen Staatsballett anfragte und zum Vortanzen aus Wien anreiste. Ballettmeisterin Yana Zelensky hatte Madison Young spontan dazu eingeladen und sogar die Zugfahrkarte besorgt. Ihr Mann, Ballettchef Igor Zelensky, hat sie vom Fleck weg als Solistin engagiert. Heute, nach exaktem Coaching, entzücken Madisons Hände als Krönung ihres Port de bras, welches sich, will es Kraft mit Anmut verbinden, aus der Rückenmuskulatur entwickeln müsse. Sagt Yana Zelensky und mahnt das immer wieder an.

Im Team auf den Märchenthron
Eine der Schlussproben ...

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Tanz Januar 2022
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Eva-Elisabeth Fischer

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