Selbstwert

Das Pilotprojekt «Taming our Trauma» hat beleuchtet, wie sich kreative Prozesse mit psychologischer Sensibilität begleiten lassen.

István Simon, Tänzer und Kulturmanager, ehemaliger Solist am Semperoper Ballett in Dresden und am Ballett Dortmund, hat sich während des Lockdowns so seine Gedanken gemacht. Und seine Frau, Boglárka Simon-Hatala, die als Neurowissenschaftlerin über Gruppendynamiken in Tanzkompanien forscht, warf irgendwann die Frage auf, was dieser gesellschaftliche Ausnahmezustand mit Tänzerinnen und Tänzern macht. Das daraus entstandene Pilotprojekt «Taming our Trauma» geht freilich grundsätzlich an die Fragestellung heran, statt nur die Erfahrungen des Lockdowns in den Blick zu nehmen.

Dafür gab es eine Förderung durch das vom Bund aufgelegte Paket «Neustart Kultur». Zwar standen für Simon vor allem Fragen danach im Raum, wie eine Rückkehr zu Arbeitsprozessen und Bühnen-Performances aussehen könnte – also sozusagen eine «erfolgreiche Rehabilitation der Kunst» für die zwangspausierenden Künstler*innen. Schlussendlich widmete sich sein Projekt aber psychischen Verletzungen ganz allgemeiner Natur.

Mit «Taming our Trauma» schöpft der Projekttitel aus dem Vollen, aber um Traumata im Sinne der Alltagsbegrifflichkeit ging es gar nicht unbedingt. Derartige psychologische Konstellationen sind ohnehin ...

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Tanz Januar 2022
Rubrik: Praxis, Seite 52
von Rico Stehfest

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