Endlichkeit

Marcus Goecke choregrafiert Gustav Mahler in Wien

Zu. Auf. Zu, alles wieder zu. Derzeit wieder keine Vorstellungen, Wien im vierten Lockdown. Gerade eben noch in der Staatsoper: die von Publikum und Presse sehr gut aufgenommene Uraufführung von Marco Goeckes «Fly Paper Bird», platziert in der Mitte eines dreiteiligen Abends, der mit Martin Schläpfers wohl ironisch gemeinter, 2006 in Mainz herausgebrachter Strauß-Auseinandersetzung «Marsch, Walzer, Polka» begann und mit Balanchines «Symphony in C» endete.

Das Programm spannt in der Tat einen weiten Bogen unterschiedlichster Ästhetiken und tanztechnischer Ansprüche und macht, nach dem Abschied des Klassizisten Manuel Legris aus der Direktion, einen Wandel unübersehbar: Vertrat Legris eine am Pariser Modell orientierte Linie, in der eine hierarchisch ausgerichtete, von Eleganz geprägte Ensemblewirkung auch die wenigen Uraufführungen dominierte, scheint mit Martin Schläpfer eine gänzlich andere Erscheinungsweise von Tänzer*innen angesagt. Das Ensemble wirkt nun wie eine sehr große Gruppe aus Individualist*innen recht unterschiedlichen Könnens.

Eher bodennah als klassisch
Ob sich diese Art der Zusammenstellung, die im ersten Moment angesichts gesellschaftlicher Diskussionen durchaus ...

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Tanz Januar 2022
Rubrik: Produktionen, Seite 9
von Andrea Amort

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