Traumhafte Charleroi-Biennale
Charleroi in Belgien ist sicher nicht der schönste Ort auf Erden. Ausgerechnet im düsteren November will es ein Magnet sein, wenn die Biennale Charleroi/Danses regiert. Zu Beginn soll es zudem heftig schneien, geht es nach dem Eröffnungsstück, «Neige», von Michèle Anne de Mey. Zur traumhaften 7. Sinfonie von Beethoven sollen wir uns da so richtig wegträumen, aber versprochen ist nicht weniger als die Hölle eines Schneesturms, in dessen Mitte sechs Tänzer sich und die Welt verfluchen.
Es sind ja auch genau solche Momente, an denen der Mensch das Gefühl hat, am falschen Ort zu leben und sich als völlig unpassend in der Unwirtlichkeit der Natur wiederfindet. Wäre da nicht Beethoven, der das Chaos mit einer himmlischen Ode an die Natur schmückte, die Tänzer wären sich unseres Mitleids sicher, wie sie immerzu im Kreis irren und zu Schatten hinter dem wilden Geflöcke verschmelzen. Aber Michèle Anne De Mey verspricht uns vom 11. bis zum 17. Nov. ungerührt schöne Träume und einen erschröcklichen Blick in den Abgrund des Menschen.
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