Israel Galván: «El final de este estado de cosas, redux»
Er ist ein Star am Flamencohimmel: Israel Galván, Mitte dreißig, Sohn eines Tänzerpaars aus Sevilla, ein brillanter Techniker, ein Genie des Zapateado, und ein begnadeter Wanderer zwischen zwei Welten, dem populären, rituellen Tanz der spanischen Tablaos und seinen ausgeklügelten Auftritten auf europäischen Tanzbühnen. Ein betörender Tänzer, der zeitgenössische Kritiker ebenso wie puristische Flamenco-Kenner zum Schwärmen bringt.
In Avignon hielt er zuletzt das Publikum der großen Freilichtbühne im Steinbruch Boulbon fast zwei Stunden lang in Atem. Am Anfang: dunkle Stille.
Galván tanzt mit bloßen Füßen in Bermudas und mit Maske auf einem Streifen Sand. Stummer Flamenco – fast ketzerisch. Seine Fersen lassen Körner aufstieben, er verharrt in Pose, der kleinste Fingerzeig ist bis in die hintersten Ränge spürbar.
Für «El final de este estado de cosas, redux» nahm Israel Galván die Apokalypse zur Hand. Sein Stück, sagt er, entspricht einem aus biblischen Texten gemeißelten Ritual in fünf Akten: Prolog, Verkündigung, Katastrophe, Durchquerung der Wüste, Tod und Auferstehung. Nur, dass der Aufführung kein religiöser Schimmer anhaftet. Die Bibel ist als Quelle zwar ernst gemeint, ...
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