Tragisch-Animalisch

Ein Argentinier versucht ein Update von «Schwanensee».

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Miguel Robles
ich sah die Tänzer Ihrer Kompanie bei einer öffentlichen Probe von «Tabula rasa», und die Körpersprache schien mir einer antiken Tragödie zu entstammen. Am Abend der Aufführung war ich überrascht, sie in Tierkostümen zu sehen. Es gibt in der Tat einen Zusammenhang mit der griechischen Mythologie. In manchen Szenen nährt sich die Körpersprache der Tänzerinnen aus Bildern von Erinnyen, der aggressiven, wutentbrannten Kreuzung aus Raubvögeln und den drei Gorgonenschwestern. Auch die dreizackigen Kronen und Vogelschnäbel der Kostüme kommen daher.

Doch wenn man es psychologisch hinterfragt, sind die Erinnyen nur die Projektion des Opfers, das es akzeptiert, misshandelt zu werden.

Ihre Kompanie ist zeitgenössisch ausgebildet, aber Sie inszenieren «Tabula rasa», als wäre es Teil eines romantischen Balletts in mehreren Aufzügen. Meine Ausgangspunkte waren Nijins­kys Faun, die Ballets russes und das romantische Ballett. Ich fragte mich, wie es heute möglich wäre, «Schwanensee» und den zweiten Akt von «La Sylphide» in einem Stück zusammenzufassen. Man kann kein romantisches Ballett mehr kreieren. Aber dank der Animalität kann man es transparent machen. Und darin liegt eine ...

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Tanz Februar 2008
Rubrik: Das Tier in dir, Seite 18
von Thomas Hahn

Vergriffen
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