Brief aus Riga

Violeta Mainiece über die Stadt, in der die Klassik noch in Ordnung ist

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Traditionell ist das Weiße Haus ein Gebäude von höchster staatstragender Bedeutung, etwa die Residenz des Präsidenten der Vereinigten Staaten oder das Gebäude der russischen Regierung in Moskau. So etwas gibt es auch in Riga. Hier wird die Lettische Nationaloper so genannt, wo seit 1919 auch das Rigaer Ballett zu Hause ist.

Das majestätische schneeweiße Gebäude an den Ufern eines Kanals, umgeben von hübschen Parkanlagen mit jahrhundertealten Eichen, wurde 1860 für das örtliche Deutsche Theater gebaut und später ein Musiktheater, an dessen Dirigentenpult schon Richard Wagner gestanden hat. Riga war eine kosmopolitische Hansestadt, auf halbem Weg zwischen Russland und dem Westen. Hier tanzten alle europäischen Berühmtheiten. Über Riga emigrierten nach der russischen Oktoberrevolution 1917 die Künstler der kaiserlichen Theater, darunter Michail Fokine, Anna Pavlova, Tamara Karsavina und Olga Spessivtseva.

Geleitet wurde das Rigaer Ballett vom berühmten Nikolai Sergeyev , der die Aufzeichnungen mehrerer Dutzend alter Ballette außer Landes brachte. Sie befinden sich heute in der Bibliothek der Harvard-Universität als Quelle für Rekonstruktionen. Ende 1920 ließ sich in Riga die ...

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Tanz Februar 2008
Rubrik: Brief, Seite 55
von Violeta Mainiece

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