Träumer

Gregor Zöllig hat zu seinem Zehnjährigen am Staatstheater Braunschweig einen weiblichen «Don Quijote» geschaffen

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Auf zu neuen Abenteuern! Mit dem Schrubber als Lanze in der Hand und einer umgedrehten Badewanne als Gefährt stürzt sich Doña Quijote ins Getümmel. In Gregor Zölligs jüngstem Abendfüller «Don Quijote oder Die unglaubliche Geschichte des Sancho Panza» tanzen zwei Frauen das berühmteste Freundespaar der spanischen Literatur. Es gibt aber auch Vorstellungen, wo zwei Männer die Parts übernehmen – denn visionäre Träumerei, die andere für Verrücktheit halten, ist universell.

Woher sie rührt? Bei Zöllig ist Quijote eine Messie, die ihre Bude zugeplundert hat mit Marvel-Comics, Superman-Figuren, Marienstatuen und Müll, zwischendrin die Bibel und Cervantes’ Original-«Don Quijote». Diese Antiheldin lebt in ihrer eigenen Abenteuerwelt, aus der sie ihr Vermieterpaar vertreibt: Ihre Sachen verschwinden in blauen Müllsäcken, und schon erinnert sie an eine Obdachlose. Zöllig zeigt auch diese reale Facette im Leben ausgestoßener Wunderlinge. Im Alltag ist so eine Doña Quijote freilich nicht immer einfach zu nehmen. Widerstandsgeist und Querulantentum liegen dicht beieinander, und ihre Visionen, ihre Perspektiven auf die Dinge erfordern eine gewisse Art von Unterwerfung seitens der Mitmenschen. ...

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Tanz Februar 2025
Rubrik: Produktionen, Seite 6
von Andreas Berger

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