Träumer
Auf zu neuen Abenteuern! Mit dem Schrubber als Lanze in der Hand und einer umgedrehten Badewanne als Gefährt stürzt sich Doña Quijote ins Getümmel. In Gregor Zölligs jüngstem Abendfüller «Don Quijote oder Die unglaubliche Geschichte des Sancho Panza» tanzen zwei Frauen das berühmteste Freundespaar der spanischen Literatur. Es gibt aber auch Vorstellungen, wo zwei Männer die Parts übernehmen – denn visionäre Träumerei, die andere für Verrücktheit halten, ist universell.
Woher sie rührt? Bei Zöllig ist Quijote eine Messie, die ihre Bude zugeplundert hat mit Marvel-Comics, Superman-Figuren, Marienstatuen und Müll, zwischendrin die Bibel und Cervantes’ Original-«Don Quijote». Diese Antiheldin lebt in ihrer eigenen Abenteuerwelt, aus der sie ihr Vermieterpaar vertreibt: Ihre Sachen verschwinden in blauen Müllsäcken, und schon erinnert sie an eine Obdachlose. Zöllig zeigt auch diese reale Facette im Leben ausgestoßener Wunderlinge. Im Alltag ist so eine Doña Quijote freilich nicht immer einfach zu nehmen. Widerstandsgeist und Querulantentum liegen dicht beieinander, und ihre Visionen, ihre Perspektiven auf die Dinge erfordern eine gewisse Art von Unterwerfung seitens der Mitmenschen. ...
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Tanz Februar 2025
Rubrik: Produktionen, Seite 6
von Andreas Berger
Kinderroman
MILO TANZT
Als Gamer nennt er sich nicht eben unbescheiden Baryshnikov276 und seinen Fight Dance entsprechend «Double Tour en l’air». Auch lebt Milo anders als Billy Elliot in dem unvergessenen Film von Stephen Daldry nicht auf dem Land irgendwo im County Durham, sondern mitten in Deutschland, genauer: zwischen Essen und Mülheim in der Werkssiedlung...
Leipzig
SCHOLZ-SYMPHONIEN
Anlässlich des 20. Todestages von Uwe Scholz würdigte der seit Spielzeitbeginn in Leipzig amtierende Ballettdirektor Remy Fichet den in dieser Stadt so beliebten ehemaligen Ballettdirektor und Chefchoreografen (1991 – 2004) mit einem Ballettabend. Die von Scholz zu Beethovens 7. Symphonie und zu Schumanns 2. Symphonie entwickelten Ballette...
Wind weht, man hört ein Fiepen, ein Summen. Carolin Jüngst und Lisa Rykena liegen auf dem Boden, neben einer wuchtigen Bühnenskulptur, wie sie für die Arbeiten des Duos typisch ist: Lea Kissing hat für «Transfigured» ein Metallobjekt ins Hamburger Kulturzentrum Kampnagel gebaut, eine Art Lache, um die herum die Protagonist*innen lagern. Bis langsam Leben entsteht.
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