Todkomisch
Je mehr sich das Publikum selbst bewegt, desto kürzer scheint der Abend. Satte zwei Pausen in anderthalb Stunden und dazu eine unernst gemeinte Gymnastikübung («Legen Sie Ihren Kopf auf die Schulter Ihres Nachbarn»): Schuld ist die 1963 entstandene Pantomime des Komponisten Franco Evangelisti, «Die Schachtel». Sie dauert keine halbe Stunde. Auch der danach gespielte Witz zur Musik von Ennio Morricone geht nur so lang, bis der Groschen fällt.
Morricones weltberühmte Musik zu «Spiel mir das Lied vom Tod», die quälende Mundharmonika in Sergio Leones Italo-Western, entstand, man glaubt es kaum, im Umfeld von Franco Evangelistis avantgardistischer Improvisationsgruppe Nuova Consonanza, einem Zusammenschluss von zwanzig italienischen, von den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik schwer beeindruckten Avantgarde-Komponisten. Morricones Entertainment und Evangelistis Zerschlagen aller Regeln des Entertainments, das ist genau das Feld, auf dem Marguerite Donlon am liebsten zu Hause ist. Sie schreckt vor keinem getanzten Cartoon zurück und bewahrt gleichauf mit dem Saarbrücker und Luxemburger In.Zeit Ensemble noch dann ihre musikalische Intellektualität, wenn der Dirigent Jonathan Kaell ...
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DD Dorvillier’s intriguing new work shifts the functions of the senses. Sound, via a live microphone, describes her movements from inside her jeans pocket, where it rustles and crackles with each move. The mic – attached to her jeans by a rock climber’s karabiner hook – bumps along her knees and legs, narrating the minor struggle as she wrestles to take off her...
Man kann in keiner Stadt wohnen, ohne sie nicht zu entdecken: Plakate annoncieren jedes Jahr zu Weihnachten den «Nussknacker». In manchen Familien gehört der Besuch dieses Lev-Ivanov-Balletts aus dem Jahr 1892 ebenso zur Vorweihnacht wie die ganze Hatz um Baum und Schmuck, Gans und Geschenke. Irgendwie erinnert die Geschichte um Marie und ihren Nussknacker ja auch...
Caligula einmal anders. Nicht der römische Kaiser interessiert den Étoile der Pariser Opéra. Nicht der Mann, «den Wahnsinn, Verkommenheit und Größenwahn in die Tiefe ziehen». Nicolas Le Riche «untersucht das tiefste Innere einer wesentlich komplexeren und reicheren Persönlichkeit». Mehr noch: «Er enthüllt einen begeisterten Anhänger des Theaters und von...
