Todkomisch

Marguerite Donlon: «Die Schachtel», «Tanz mir das Lied vom Tod» in Saarbrücken

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Je mehr sich das Publikum selbst bewegt, desto kürzer scheint der Abend. Satte zwei Pausen in anderthalb Stunden und dazu eine unernst gemeinte Gymnastikübung («Legen Sie Ihren Kopf auf die Schulter Ihres Nachbarn»): Schuld ist die 1963 entstandene Pantomime des Komponisten Franco Evangelis­ti, «Die Schachtel». Sie dauert keine halbe Stunde. Auch der danach gespielte Witz zur Musik von Ennio Morricone geht nur so lang, bis der Groschen fällt.

Morricones weltberühmte Musik zu «Spiel mir das Lied vom Tod», die quälende Mundharmonika in Sergio Leones Italo-Western, entstand, man glaubt es kaum, im Umfeld von Franco Evangelistis avantgardistischer Improvisationsgruppe Nuova Consonanza, einem Zusammenschluss von zwanzig italienischen, von den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik schwer beeindruckten Avantgarde-Komponisten. Morricones Entertainment und Evangelistis Zerschlagen aller Regeln des Entertainments, das ist genau das Feld, auf dem Marguerite Donlon am liebsten zu Hause ist. Sie schreckt vor keinem getanzten Cartoon zurück und bewahrt gleichauf mit dem Saarbrücker und Luxemburger In.Zeit Ensemble noch dann ihre musikalische Intellektualität, wenn der Dirigent Jonathan Kaell ...

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Tanz Dezember 2005
Rubrik: On Stage, Seite 43
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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