Sven Grützmacher: «Brel – Le Grand Jacques»

in Trier

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Klatschmärsche für Sven Grützmacher. Sein erfolgreiches Debüt in Trier gab der zuvor als stellvertretender Ballettdirektor nebenan in Saarbrücken bei Birgit Scherzer tätige Berliner mit einem Abend über Jacques Brel. Sein Tänzer David Scherzer mimt Brel – Le Grand Jacques, den belgischen Barden, der in den 1960ern gegen das Mittelmaß Sturm lief. Um das zu stemmen, müssen zwei Brels her. Der zweite ist der an Alter, Erfahrung und Kraft dem Ensemble restlos überlegene Gast Mario Perricone aus Berlin.

Mit dem Sohn seiner Ex-Chefin entwickelt er im katholischen Trier beißenden Witz: Zu Brels wütendem Chanson von den Äbten, was flämisch die Apen heißt, englisch die Affen, schneidert die Künstlerin Änn reizvoll am Hintern dekolletierte Pfaffenkleider. Ansonsten folgt man der Tom-Schilling-Tradition pantomimischer Menschenzeichnung inklusive Segelboot, das Brel auf der Flucht vor sich und dem Starrummel in die Südsee trug: Dort singt nicht Brel, sondern die Einstürzenden Neubauten. Die hervorragende Musikauswahl macht den Abend groß. Nur das Lehrstück vom angepassten Volk hinter der mit Graffiti bemalten DDR-Mauer ist so alt, dass Grützmacher, 39, es seinem Großvater widmet – und dessen ...

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Tanz Dezember 2005
Rubrik: On Stage, Seite 44
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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