Thüringenballett
Beim ThüringenBallett krachen Leidenschaften aufeinander. In «Tangos for the Affectionate» des Portugiesen Hugo Viera geht es weniger um originale Schritte als um Atmosphäre: Tango im nebligen Zwielicht der Städte und Gefühle. Gitter gliedern den Raum, kanalisieren Emotionen, trennen die Geschlechter; Licht durch ein hängendes Drahtgeflecht rastert die Aktionsfläche.
Zu klassischen Tangos, dem vom Maiskolben oder Piazzollas «Rinascerò» mit Milvas Stimmdramatik, und metallenen Schlägen erinnert sich der personifizierte Tango an Lebensblitzlichter, gibt die Stafette an eine Nachfolgerin weiter: Der Tango wird weiblich. Eine Dreiviertelstunde lang toben sich die 16 Tänzer so musikalisch wie ganzkörpervirtuos aus, in organischem Bewegungsfluss und stimmiger Komposition, rivalisierenden Trios und einem sujetgemäß ambivalenten Männerduett mit Evgeny Gorbachev als Pirouettenteufel. Im gedehnten Schlussduo voller Umflüge und Schleudern tanzt Martin Svobodnik als junger Mann den weiblichen Tango (Juliane Hlawati) zu entbehrlichem Lichtgeplänkel fulminant ein. Der Uraufführung folgt die Zweiteinstudierung: Entstand Davide Bombanas «Carmen» 2006 für Toulouse, so steht die athletische ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Auf der Liste des Kultur-Import-Exports steht Tanz ziemlich weit oben. Jedes Tanzfestival ist inzwischen eine interkontinentale Angelegenheit. Doch die Kunstform, die auf der Bühne kaum Grenzen kennt, überwindet die realen nicht immer reibungslos. Tanzkompanien sind an sich schon multinationale Gebilde. Und auch in Europa selbst, wo die Grenzen scheinbar immer...
Robert Rauschenberg hat die Tanzwelt fast nur als Bühnen- und Kostümbildner gekannt. Er tupfte für Trisha Brown und Merce Cunningham flirrenden Pointillismus in Pastellf arben auf Bühne und Kostüme. Die berühmten haut-engen Ganzkörperkondome sind von ihm – er gab sie auch Paul Taylor und Choreografen des Judson Dance Theater. Sogar die Schlabberklamotten, die heute...
Die Tanzfabrik in der Möckernstraße in Berlin ist schon lange nicht mehr allein. Aber sie ist immer noch nicht nur eins von vielen Studios in der Hauptstadt. Sondern sorgt etwa zusammen mit der fabrik Potsdam – Schulter an Schulter – dafür, dass junge Choreografen Platz für ihre Arbeiten finden. Aus dem alten Kollektiv der basisdemokratischen Einstimmigkeit, einem...
