Think Big!
Groß zu denken, das ist eine Kunst – neue Pläne jenseits von altbekannten Boxen zu erträumen. Genauso kunstfertig ist es, diese erdachten Projekte ins Leben zu rufen: Beides beherrschen Simone Schulte-Aladağ und Bettina Wagner-Bergelt, die 2011 gemeinsam das Münchner Festival «Think Big!» initiierten. Das Festival sprengt eine Box mit unzeitgemäßem Inhalt, nämlich: dass Tanz für junges Publikum weniger anspruchsvoll und weniger wichtig sei.
Dass vielmehr das Gegenteil stimmt, davon kann man sich bei der elften Festivalausgabe überzeugen: Neben hochkarätigen Bühnenproduktionen für junges Publikum gibt es Klassenzimmer-Formate, Outdoorperformances und Workshops, auch Fachsymposien sind Teil von «Think Big!». Das Festival versteht sich als Ort der Teilnahme und des Austauschs für Kinder, Jugendliche und Tanzschaffende.
Unter anderem sind dieses Jahr Stücke von Wired Studio, Regina Rossi oder Leonard Engel zu sehen. Münchner und internationale Choreograf*innen sind gleichermaßen vertreten, einige sind alte Bekannte, andere zum ersten Mal dabei. Der Fokus des Programms liegt auf zeitgenössischem Tanz und bleibt trotzdem vielfältig: Auch Urban Dance, Circus oder Musiktheater sind mit ...
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Tanz Juli 2026
Rubrik: Praxis, Seite 66
von Leonie Stöckle
In Shakespeares Stoffen ist Liebe ohne Eifersucht, Niedertracht oder Hass gar nicht zu haben. Mannheims Ballettintendant Stephan Thoss konzentriert sich mit «Shakespeare & Love» aber vor allem auf Sehnsucht, Leidenschaft und Trauer. Inspiriert von Platons Kugelmensch-Mythos, nach dem die Götter ein ursprünglich rundes, vierbeiniges, vierarmiges Doppelkopfwesen in...
«Meiner Meinung nach ist er der beste künstlerische Leiter, den Het Nationale Ballet je hatte», lobte der unlängst verstorbene Meisterchoreograf Hans van Manen den Direktor der Amsterdamer Compagnie, Ted Brandsen, in einem Fernsehinterview noch vergangenes Jahr. Dieses Lob teilen wohl viele, die Brandsens Arbeit kennen. Ob die Tänzer*innen und Mitarbeiter*innen von...
... sind in diesem Sommer Anlass für Ärger. Im Juni erhob die (für ihre provokanten Arbeiten) bekannte US-amerikanische Performancekünstlerin Ann Liv Young via Instagram den Vorwurf, Florentina Holzinger habe für ihre aktuelle Biennale-Installation «Seaworld Venice» (tanz 6/26) Elemente aus Youngs (2011 in Berlin uraufgeführter) «Mermaid Show» geklaut. La Holzinger...
