Stephan Thoss «Shakespeare & Love»

Mannheim

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In Shakespeares Stoffen ist Liebe ohne Eifersucht, Niedertracht oder Hass gar nicht zu haben. Mannheims Ballettintendant Stephan Thoss konzentriert sich mit «Shakespeare & Love» aber vor allem auf Sehnsucht, Leidenschaft und Trauer. Inspiriert von Platons Kugelmensch-Mythos, nach dem die Götter ein ursprünglich rundes, vierbeiniges, vierarmiges Doppelkopfwesen in Mann und Frau zerrissen haben, beschwört der Tanz die Suche nach der verlorenen Zusammengehörigkeit.

Statt für Plots interessiert sich Thoss dabei vor allem für einzelne Figuren und Motive.

Im ersten Teil geht er während 75 Minuten sechs Stücke und einen Prolog in 13 Szenen durch – ein Schnelldurchlauf, bei dem sich nicht leicht erkennen lässt, welches Drama gerade dran ist. «Othello» wird besonders ausführlich durchbuchstabiert, fast schon als kleines Handlungsballett, bei dem der Tanz die großen Leidenschaften freilich nur selten nachvollziehen kann. Bei Thoss bricht sich die Grazie immer wieder an der Groteske, was bizarr, aber nie plump wirkt, da die Tänzer auch ungefügte Bewegungen leicht erscheinen lassen.

So glückt manche Klassikerbegegnung als Skizze: Hamlet ist ein Irrwisch, der seine Jugendfreunde Rosencrantz ...

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Tanz Juli 2026
Rubrik: Kalender, Seite 37
von Stefan Benz

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