Mermaids...

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... sind in diesem Sommer Anlass für Ärger. Im Juni erhob die (für ihre provokanten Arbeiten) bekannte US-amerikanische Performancekünstlerin Ann Liv Young via Instagram den Vorwurf, Florentina Holzinger habe für ihre aktuelle Biennale-Installation «Seaworld Venice» (tanz 6/26) Elemente aus Youngs (2011 in Berlin uraufgeführter) «Mermaid Show» geklaut.

La Holzinger eine Plagiatorin? Young argumentierte, dass die aquatische Bildsprache von Holzingers Biennale-Beitrag ein Vokabular aufgreife, das sie – die US-Künstlerin – schon vor Jahren in Performances entwickelt habe. Darin wiederum sei seinerzeit Holzinger höchstpersönlich aufgetreten. Die Attackierte hielt sich bedeckt – die Frage ist, warum es gerade auch im performativen Bereich immer wieder zu derartigen Konflikten kommt. Young vs. Holzinger ist ja kein Einzelfall.

Die zeitgenössische Kunst hat Raum für Anleihen geschaffen. Eine Leinwand darf ein anderes Bild zitieren. Ein Foto darf eine existierende Szene neu interpretieren. Institutionen haben dem Publikum beigebracht, Appropriation als Methode zu erkennen. Bei Performances liegt der Fall anders, denn ihre Quellen müssen erst Körper durchlaufen, bevor sie ins Archiv ...

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Tanz Juli 2026
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Nicolas Vamvouklis

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