Tero Saarinen

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Wenn ich mir meinen nächsten Bundeskanzler unter den Choreografen aussuchen dürfte, würde ich ohne zu zögern Tero Saarinen wählen. Denn der parteilose Finne, Jahrgang 1964, verkörpert jene Alternative, die in der Politik fehlt: leidenschaftlichen Humanismus, intellektuelles Partisanentum, moralische Unbestechlichkeit und die strikte Weigerung, seine Ideale den angeblich übermächtigen ökonomischen Sachzwängen zu opfern.

Saarinens Karriere beginnt 1992 mit seinem Austritt aus dem Finnischen Nationalballett, wo er als Solotänzer zwar sehr erfolgreich gewesen war, sich aber bald gefangen gefühlt hatte in den Rollenmustern des klassischen Weltbilds. »Ich bin kein Prinz, kein Monster und wollte auch nicht immer den Clown spielen«, sagt der Choreograf heute – und die Liste seiner mehr als zwei Dutzend Werke liest sich rückblickend als Protokoll einer beharrlichen Suche nach den komplexeren Möglichkeiten des Menschseins. Dabei hat er, anders als viele Vertreter des zeitgenössischen Tanzes, nie das kleine Ich mit seinen läppischen Neurosen zum großen Thema erhoben. Seine Figuren veranschaulichen den postmodernen Konflikt zwischen emanzipiertem Individuum und fortgeschrittener Gesellschaft, ...

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Tanz Jahrbuch 2005
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 103
von Evelyn Finger

Vergriffen
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