Ted Brandsen

16 Tanzschaffende denken darüber nach, was Heimat für sie persönlich bedeutet

Tanz - Logo

Heimat – thuis oder vaderland im Niederländischen – ist für mich ein Ort, an dem man sich zu Hause fühlt, der Ort der eigenen Herkunft, ein Ort an dem man sich sicher fühlt, der Ort, an dem man verwurzelt ist.

Die Ballettwelt und insbesondere Het Nationale Ballet ist für mich dieser Ort, an dem ich eine solche Verbindung am stärksten spüre.

Aber «Heimat» ist ja eigentlich ein Bewusstseinszustand: Ich meine deshalb das Dutch National Ballet, das sich aus vielen Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft zusammensetzt, auch weniger als Ort; vielmehr ist es der Spirit innerhalb der Kompanie, der mir das Gefühl des Zuhauseseins vermittelt.

Eigentlich ist es egal, wo in der Ballettwelt ich mich bewege, welche Kompanie ich  besuche – ich fühle mich sofort daheim. Man kennt immer jemanden persönlich oder vom Hörensagen. Ich fühle mich daher als Teil einer Familie. Man kommt rein und versteht eben im Handumdrehen, warum Tänzer das tun, was sie tun, warum sie fühlen, wie sie fühlen.

Und doch muss ich zugeben: Wenn ich in den Niederlanden bin und mit Het Nationale Ballet arbeite und dann sehe, wie die Kompanie Werke von Hans van Manen tanzt, dann empfinde ich ganz tief im Herzen mit und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2018
Rubrik: Identität, Seite 108
von Ted Brandsen

Weitere Beiträge
Naoko Tanaka

Streng genommen hat Naoko Tanaka keine Ahnung von Tanz. Sie studierte Malerei und Bildende Kunst in Tokio und Düsseldorf. Vielleicht gerade deshalb und umso mehr überzeugt die künstlerische Inspiration durch das flüchtige Medium, die sie seit 2011 auf faszinierende Weise in installative Bühnenkunst umsetzt. Dabei ist ihre Definition von Choreografie so simpel wie...

Alessandro Giaquinto

Er war 2012 der «Dancer in the Dark». Schon damals ließ der kleine Eleve der John Cranko Schule für seine tänzerische Zukunft einige Steigerungsmöglichkeiten erwarten. «Den Rücken gerundet, die Hände an der Hosennaht», hieß es damals in tanz, scheint Alessandro Giaquinto die Titelrolle «gleichsam zu erleiden. Ein junger, schlaksiger Woyzeck, der wie ein...

Carmen Kovacs

Für eine klassische Ballerina wäre sie zu hochgewachsen, aber der Bühnentanz ist eh nicht ihr Metier. Zumindest nicht aktiv. Aber Carmen Kovacs, so heißt die Tochter einer polnischen Mutter, um die es hier geht, hat einen sehr klugen Kopf. Sie ist jung, und sie liebt, was und wen sie sieht in Trainingssälen und auf Tanzbühnen, und natürlich das, was die dort tun....