Technologik

Wie kommen Tanz und Digitalität miteinander klar? Beobachtungen von Thusnelda Marín Jungmann

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Ein Moment des Schwelgens in Nostalgie: Tanz-Performances um die Jahrtausendwende, irgendwo im hintersten Eck des Bühnenbilds steht ein klobiger Retina-Bildschirm. Und dann folgt dieser eine dramaturgisch gesetzte Moment, der versichern soll, dass wir als Gesellschaft nun endgültig im Zeitalter des technologischen Primats angekommen sind: Eine VHS-Kassette wird eingeschoben – das Bild flimmert – «Wow!» Heute hat sich dieses Verhältnis radikal verschoben. Tanz trifft nicht mehr nur punktuell auf Digitalität, sondern zirkuliert kontinuierlich durch Feeds, Loops und Stories.

Er verlässt die Bühne, ohne sie ganz aufzugeben, und wird in digitalen Räumen transformiert, weitergeschrieben und neu gerahmt. Wenn etwa die Tänzerin und Social-Media-Influencerin Jaeden Gomez die Choreografie aus dem Musikvideo «About Damn Time» von Popstar Lizzo aufgreift, verändert und weiterspinnt – und Lizzo diese Version kurze Zeit später selbst auf der Bühne übernimmt –, entsteht ein medialer Dialog. Dieser zirkulierende choreografische Prozess erzeugt eine vernetzte Tanzpraxis, die grundlegende Fragen aufwirft: Wem gehört Bewegung? Wie verändern sich Sichtbarkeit, Rechte und Anerkennung? Und was bedeutet ...

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Tanz Juli 2026
Rubrik: Digitalität, Seite 50
von Thusnelda Marín Jungmann

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