Foniadakis, Hoàng, Rustem «Triple Impact»
Ein Furioso zum Spielzeitabschluss: In seiner letzten Saison-Premiere «Triple Impact» liefert das Tanztheater Braunschweig ein mitreißendes Feuerwerk an spannenden, oft auch überraschenden Bewegungen in drei unterschiedlichen Stilen. War es im Frühjahr bei «Styx» von Melanie Lane mit einer Trauerarbeit von antiker Wucht befasst, galt es jetzt, Tempo, Virtuosität und rockige Rhythmen umzusetzen. Das Ensemble läuft dabei mit Energie, Präzision und Ausdauer zur Hochform auf.
Am stärksten Ihsan Rustems «But in a few miles we will be there», das in packenden Kleinszenen von individueller Selbstbehauptung handelt, die immer wieder von der Gruppe aufgesogen oder überlaufen werden. Die bedrohte Queer-Bewegung war laut Programmheft Auslöser des Stücks. Zentrale Szene ist denn auch ein Duo von erotisch ambivalenter Aggression. Giovanni Fumarola und Lucas Roque Machado durchtanzen einen Kampf, bei dem auch der Klischee-Macho spürbar Gefallen an den Berührungen des anderen findet, Geschmeidigkeit mit Dominanzgesten – wie dem Fuß auf des anderen Rücken – wechselt. Das Paar bleibt in die Anziehung und Ablehnung homoerotischer Gefühle gespannt. Auch in den anderen Begegnungen brechen zuckende ...
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Tanz Juli 2026
Rubrik: Kalender, Seite 32
von Andreas Berger
«Good evening. Dancers get ready!», tönt es durch die Lautsprecher. Der Vorhang öffnet sich, auf der Bühne stehen vier überdimensionale Spritzgussrahmen, in ihnen sind Tänzer*innen wie Puppen positioniert. «Vincent, take your position – more left – okay, let’s start!» Ein ungewöhnlicher Beginn für die erste Arbeit des Choreografen Andrey Kaydanovskiy am...
... sind in diesem Sommer Anlass für Ärger. Im Juni erhob die (für ihre provokanten Arbeiten) bekannte US-amerikanische Performancekünstlerin Ann Liv Young via Instagram den Vorwurf, Florentina Holzinger habe für ihre aktuelle Biennale-Installation «Seaworld Venice» (tanz 6/26) Elemente aus Youngs (2011 in Berlin uraufgeführter) «Mermaid Show» geklaut. La Holzinger...
Cottbus
«Da Vinci»
Es gibt in der Kunstgeschichte kaum ein ikonischeres Gemälde als Leonardo da Vincis «Abendmahl»-Fresko im Refektorium des Mailänder Dominikanerklosters Santa Maria delle Grazie. Wer es tänzerisch damit aufnehmen will, der muss entweder größenwahnsinnig sein oder genialisch begabt. Lucas Valente und der Tanzcompagnie des Cottbuser...
