Foniadakis, Hoàng, Rustem «Triple Impact»

Braunschweig

Tanz - Logo

Ein Furioso zum Spielzeitabschluss: In seiner letzten Saison-Premiere «Triple Impact» liefert das Tanztheater Braunschweig ein mitreißendes Feuerwerk an spannenden, oft auch überraschenden Bewegungen in drei unterschiedlichen Stilen. War es im Frühjahr bei «Styx» von Melanie Lane mit einer Trauerarbeit von antiker Wucht befasst, galt es jetzt, Tempo, Virtuosität und rockige Rhythmen umzusetzen. Das Ensemble läuft dabei mit Energie, Präzision und Ausdauer zur Hochform auf.

Am stärksten Ihsan Rustems «But in a few miles we will be there», das in packenden Kleinszenen von individueller Selbstbehauptung handelt, die immer wieder von der Gruppe aufgesogen oder überlaufen werden. Die bedrohte Queer-Bewegung war laut Programmheft Auslöser des Stücks. Zentrale Szene ist denn auch ein Duo von erotisch ambivalenter Aggression. Giovanni Fumarola und Lucas Roque Machado durchtanzen einen Kampf, bei dem auch der Klischee-Macho spürbar Gefallen an den Berührungen des anderen findet, Geschmeidigkeit mit Dominanzgesten – wie dem Fuß auf des anderen Rücken – wechselt. Das Paar bleibt in die Anziehung und Ablehnung homoerotischer Gefühle gespannt. Auch in den anderen Begegnungen brechen zuckende ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2026
Rubrik: Kalender, Seite 32
von Andreas Berger

Weitere Beiträge
Think Big!

Groß zu denken, das ist eine Kunst – neue Pläne jenseits von altbekannten Boxen zu erträumen. Genauso kunstfertig ist es, diese erdachten Projekte ins Leben zu rufen: Beides beherrschen Simone Schulte-Aladağ und Bettina Wagner-Bergelt, die 2011 gemeinsam das Münchner Festival «Think Big!» initiierten. Das Festival sprengt eine Box mit unzeitgemäßem Inhalt, nämlich:...

Andrey Kaydanovskiy «Dollhouse»

«Good evening. Dancers get ready!», tönt es durch die Lautsprecher. Der Vorhang öffnet sich, auf der Bühne stehen vier überdimensionale Spritzgussrahmen, in ihnen sind Tänzer*innen wie Puppen positioniert. «Vincent, take your position – more left – okay, let’s start!» Ein ungewöhnlicher Beginn für die erste Arbeit des Choreografen Andrey Kaydanovskiy am...

Kollektivdenkerin

Nederlands Dans Theater, kurz NDT, ist seit seiner Gründung 1959 der wichtigste Fortschrittstrigger des niederländischen Tanzes. Es hatte stets namhafte Leiter*innen, etwa Jiří Kylián oder Paul Lightfoot – worauf liegt Ihr Fokus? 
Im Laufe der letzten sechs Jahre habe ich mir als Künstlerische Leiterin von NDT Gedanken gemacht, was diese Compagnie ausmacht, und wie...