Taulant Shehu «Zwischenland»
Der Tanz in Hagens Stadttheater traut sich was. In seiner Hingabe ans Zeitgenössische streckt er sich nicht nach dem Triumph von Virtuosität oder wiedererkannter Story, sondern macht sich lang, weit und spiralig, hin zum Einssein mit dem Bewegen, dem Veränderlich- und Mit-Anderen-Sein.
Taulant Shehu aus Albanien tanzte bis 2025 im Hessischen Staatsballett; in Wiesbaden, vor der Fusion mit Darmstadt, schon bei Stephan Thoss. Nun leitet er die Tanzcompagnie am Rand des Ruhrgebiets.
Der erste Abend, der Zweiteiler «Shift», prunkte bereits mit dem kraftvoll geschmeidigen zwölfköpfigen Ensemble; «ZwischenLand» wird nun vom Philharmonischen Orchester Hagen begleitet, mit sparsamen Klängen von Górecki, Pärt, Angèle David-Guillou. Erst brummt es elektronisch im Saal, der tiefe Ton schiebt das Publikum in einen halb traumhaften Raum. Dann öffnen sich die Vorhänge für eine vernebelte, verschattete Welt mit zwei Mauerblöcken und vergessenen Figuren. Eine tritt vor, in Jackett und grauer Hose – Gauthier Hemmerlin, ein bisschen schräg in der Landschaft, die Arme geknickt auf halber Länge. Kein Streben, kein Fliehen: weder hier noch da.
Die mattfarbenen Kostüme und wie Shehu die Tänzer mal mit ...
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Tanz Juni 2026
Rubrik: Kalender, Seite 48
von Melanie Suchy
Notiert
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