Tarek Assam: «Penelope wartet» in Gießen
Bereits seit 2002 ist der an der Musikhochschule Köln ausgebildete Tarek Assam Ballettdirektor am Stadttheater Gießen, er hält dem kleinen Dreisparten-Haus die Treue – und umgekehrt. Er hat ein Festival, «TanzArt ostwest», etabliert und produziert unverdrossen und zuverlässig mit nur 13 Tänzerinnen und Tänzern. Im Großen Haus steht ihm in der Regel das Orchester zur Verfügung, ab und zu kann Assam sogar mit einem Komponisten zusammenarbeiten.
Die Musik ist denn auch das Bemerkenswerteste an «Penelope wartet», Assams jüngstem Stück: von Herbert Gietzen arrangierte Kompositionen des griechischstämmigen John Psathas. Frisch klingt diese Mischung aus filmmusikalischer Wucht, jazzigem Drängen, minimalistischer Dezenz. Saxofon, Harfe, Pauke kommen markant zum Einsatz, das Philharmonische Orchester Gießen spielt mit schöner Verve.
Assam erzählt, wie Penelope auf Odysseus wartet und die Freier täuscht; wie Odysseus sich, mordend, wieder zum Hausherrn macht. Über den Vorhang des Großen Hauses wogen schon dunkle Wellen, wenn das Publikum zu den Plätzen geht. Dann kehren die Krieger heim: Über Sitzreihen, zwischen Zuschauern klettern die Tänzer mit Papierbooten auf dem Kopf, wispern «I’m ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 40
von Sylvia Staude
Er ist mächtig in Fahrt an diesem Morgen. Wie sich herausstellt, ist Akram Khan allerdings selbst der Urheber des Problems, das ihn gerade auf Trab hält. Dabei hat der Choreograf eigentlich schon genug damit zu tun, die Vorstellungsserie von «Until the Lions» in Londons Roundhouse durchzuziehen, zumal er mit auf der Bühne steht. Das Tanzhaus Sadler‘s Wells bespielt...
«To get away from myself», erklärt Louise Lecavalier auf die Frage nach der mützenhaften Kapuze in «Battleground», das Premiere im tanzhaus nrw in Düsseldorf feierte. Seit Jahren, sagt die Tänzerin und Choreografin, verkörpere sie gern Rollen beim Tanzen – «characters». Um von sich selbst abzurücken. So war es im wunderbaren «I Is Memory», das sie unter...
Der erste Blick in den Raum löst Unbehagen aus. Glupschaugen und ein angriffslustiges Maul gehören einem Fisch. Sanfte Fado-Klänge lassen einen vor der hallenhohen Videoprojektion verharren. Schöne bunte Fische. Aber auch sie ist da: Pina Bausch. Sie tanzt vor der blau-grünen Unterwasserlandschaft, sehr verinnerlicht, ihr Solo aus «Danzón». Ein Moment des...
