king of drama
Großes Drama in Bühnenchoreografie zu übersetzen, ist kein Kinderspiel. Das gewaltige Œuvre Shakespeares verweigert sich gründlich jeder vordergründigen Transposi-tion in Ballette oder Tanzstücke. Der 400. Todestag des Mannes, dem der Ehrentitel «Swan of Avon» zuteil wurde, jährt sich am 23. April und lädt dazu ein, das Verhältnis zwischen den Werken des weltberühmten Dichters und dem Tanz zu befragen – jener stummen Kunstform, die den Kern von Shakespeares dichterischer Größe zu ignorieren scheint: das virtuose Sprachspiel.
Stumme Kunst meets Sprachgewalt
Shakespeare hat der englischen Sprache mehr Wortneuschöpfungen beschert als jede andere historische Person. Häufig hören oder verwenden wir Redewendungen im Alltag, ohne uns bewusst zu sein, dass sie seiner Formulierungsfantasie entsprangen. Sprachhis-torisch betrachtet, schrieb Shakespeare zu einer Zeit, als sich das Mittelenglisch Chaucers bereits weitestgehend zum modernen Englisch unserer Epoche entwickelt hatte – einer Sprache, die sich, von der Blütezeit der englischen Seeherrschaft begünstigt, bereitwillig auch fremde Vokabeln aus anderen Kulturkreisen anverwandelte. Fraglos ist es einigen herausragenden Choreografen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2016
Rubrik: Traditionen, Seite 56
von Mike Dixon
Wenige Tage, bevor unser Gespräch stattfinden soll, besuche ich das Londoner Coliseum Theatre, um Isaac Hernández in der aktuellen «Corsaire»-Produktion des English National Ballet tanzen zu sehen. Allerdings nicht in der Titelrolle des Piratenanführers Conrad, den er an anderen Abenden verkörpert, sondern als Sklave Ali. Die übrigen großen Partien sind mit...
Sie beide arbeiten schon lange künstlerisch mit Flüchtlingen und Migranten. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Jessica Höhn: Mit Flüchtlingen arbeite ich, seit ich freiberuflich als Theaterpädagogin unterwegs bin, also etwa seit zehn Jahren. Es fing mit Theaterprojekten zur Sprachförderung an. Seit sechs Jahren leite ich eine interkulturelle Gruppe am Off-Theater...
im mai: pina bausch
Nicht nur die Bonner Bundeskunsthalle (siehe S. 4), auch das Bayerische
Staatsballett feiert Pina Bausch zum Auftakt seiner Festwochen. Mit «Die
Kinder von gestern, heute und morgen» (2002) legen die Bausch-Stiftung und
das Wuppertaler Tanztheater erstmals ein Werk der Choreografin in die Hände
einer anderen deutschen Kompanie – ein spannendes...
