Tanzen mit Lotte
Sind Emotionen das, was uns Tänzer vermitteln, wenn sie sich einfühlen in Rolle, Musik und Haltung? Und was fühlen wir, wenn Tänzer fühlen? Ehrlich: Gefühle teilen sich nur Liebende, nicht das Publikum mit der Kunst.
Viele reden von einer «Wiederkehr der Emotion», aber was meinen sie? Dass wir nicht vergessen sollen, das Taschentuch ins Theater zu tragen? Dass der Tanz uns berührt wie der Finger von E.T.?
Eine plötzliche Übertragung von Energien, die etwas auslösen: Freude, Lust, Mitleid?
Emotion, das heißt wörtlich «aus der Bewegung heraus bewegt zu werden».
Das heißt nicht, Gefühle seien so ansteckend wie Bazillen oder Gelächter. Wann und wie die Gefühle, die ein Tanzabend auslöst, bei jedem Einzelnen wirken, bleibt unberechenbar. Leidenschaft, schreibt Dorion Weickmann in diesem Heft, wäre eine Lösung. Oder Temperament. Beides ist nicht passiv, sondern ein verkörpertes Gefühl. Der glühende Körper, der «durchdrungen» und «aus sich selbst» bewegt wirkt. Oder sich gar nicht bewegt, sondern von etwas bewegt wird, das stärker ist als er.
Jeder, der mal wieder «mehr Gefühl» im Tanz fordert, kehrt unwillkürlich zweihundert Jahre zurück in die Zeit des späten Absolutismus, wo die ...
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