Tanz-Symposium Grete Wiesenthal
War es Kitsch oder unbeschwerter Charme, schwingend getanzte Form des Jugendstils oder Walzerklebrigkeit? Noch ist eine ganze Reihe Damen zu befragen, die bei Grete Wiesenthal (1885-1970) persönlich an der Wiener Akademie studiert haben. Und noch heute wird an der Ballettschule der Wiener Staatsoper Wiesenthal-Technik unterrichtet. Auch in den Tanzbeiträgen des österreichischen TV-Neujahrskonzerts tauchen Wiesenthal-Elemente des spezifischen Schwung-, Sprung- und Drehsystems auf, das die «Botschafterin des Walzers» ab 1908 mit ihren Schwestern Elsa und Bertha verkündete.
Schon früh senkten die Wienerinnen tanzend ihre Rücken in die Horizontale und zeigten mit ihrem energetischen Bewegungsfluss eine damals neue Intensität. Vom «Sphärischen Tanz» sprach die Schöpferin.
Einem interdisziplinären Künstler-Kreis wie Hugo von Hofmannsthal verhaftet, machte sie vor allem als Interpretin der Strauß-Walzer Karriere. Donau-Walzer, Frühlingsstimmen, Rosen aus dem Süden. Trotzdem ist Wiesenthal-Tanz eine «geistige Sache», meint Michael Birkmeyer, ehemaliger Solist der Wiener Staatsoper, Ballettschul-Direktor und Sohn von Toni Birkmeyer, dem geschätzten Partner der Wiesenthal. Bei der ...
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