Anita Berber

– eine Hommage von Lothar Fischer

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Buch um Buch beleuchtet Ort und Zeit, wo alles begann und wie sich zeitgenössischer Tanz fortentwickelt. So löst sich die Tanzforschung vom pur Anekdotischen. Politik, Avantgarde, Gender, Körperkonzepte sind Themen kritischer Durchleuchtung. Lothar Fischers Buch Anita Berber – Göttin der Nacht ist der Rückfall ins reine Erzählen. Minuziöser noch als in seinen frühen Publikationen über die Skandaltänzerin stürzt sich der Biograf von Grosz, Zille, Ernst und Dix ins kurze, heftige, obszöne Leben der Roaring Twenties.

Etwas rat- und führungslos sucht man die analytische Distanz, das psychologische Seziermesser, Vergleiche, Zuordnungen der tänzerischen Qualität und des Stellenwerts etwa ihrer mit Helene Grimm entwickelten Tanzschrift. Natürlich: Fischer ist kein Tanzwissenschaftler, sondern den Schönen, Verruchten, Nackten, jung Gestorbenen schlicht verfallen. «Inkarnation des Perversen», nannte sie der Filmkritiker Hans Feld. Seine als Nachwort gedruckte Analyse ihrer Selbstzerstörung sitzt. Zusammenhänge müssen wir selber knüpfen: zu Jaques-Dalcroze, wo Anita als Kind Kurse nahm, zu Leni Riefenstahl, die sie heftig beneidete, zu Valeska Gert, die auch bei Moissi und Sacchetto lernte ...

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Tanz November 2006
Rubrik: Celebrities, Seite 24
von Irene Sieben

Vergriffen
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