Tanz die Stille

Sieben Denkmäler, sieben Filme – eine Auferstehung.

In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 bombardierten britische Streitkräfte das 630 000 Einwohner zählende Dresden. Der schwerste Luftangriff des Zweiten Weltkriegs, den die Deutschen entfesselt hatten, legte Elbflorenz in Schutt und Asche. 25000 Menschen fanden den Tod. Soweit die Schreckensbilanz des letzten Flächenbrands auf europäischem Boden – für eine einzige Stadt. Was derzeit in der Ukraine geschieht, ruft Erinnerungen wach. Und Ängste.

Es verändert auch den Blick auf ein Filmprojekt, das der Choreograf Jiří Bubeníček zusammen mit seiner Frau Nadina Cojocaru entworfen und umgesetzt hat: «Tanzgedichte aus der Stille – Seven Continents, Seven Songs, Seven Dances».

Ein Mann tanzt und torkelt durch gespenstische Ruinenarchitektur: ein kolossaler Rundbau, feuerverkohltes Mauerwerk, dazwischen anspruchslose Vertreter der Pflanzenwelt, Stahlbetonreste und Abgründe, die sich blitzartig auftun. «North America» heißt der Film, Jiří Bubeníček der Tänzer – und der Schauplatz Erlwein Gasometer. Von der stolzen Industriearchitektur, einem Wahrzeichen Dresdens, blieb nach den Bombardements nur ein riesiger Hohlzylinder übrig. Bubeníčeks Kunst erweckt ihn zu neuem Leben, die ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2022
Rubrik: Bewegung, Seite 18
von Dorion Weickmann

Weitere Beiträge
Xenia West «Through My Eyes»

Später Sonntagnachmittag, das Schweriner Schloss leuchtet vor blitzblauem Himmel, der Platz vor dem Staatstheater gegenüber ist gut gefüllt. Mit Männern, Frauen, Kindern und blaugelben Fahnen aus Stoff und Papier. Gut zwei Stunden später wird man dem ukrainischen Nationalemblem noch einmal begegnen. Nach der Vorstellung von Xenia Wiests «Through my Eyes» postieren...

Süß, sexy, edgy

K-Pop, koreanische Popmusik, ist ein Phänomen. Sucht man bei You-Tube nach Bands wie BTS, Blackpink, Monsta X oder NCT Dream, ist man überrascht von den Klickzahlen: Kaum ein Musikvideo hat unter 100 Millionen Aufrufe, und trotz der geringeren Popularität in Europa und den USA machen die südkoreanischen Gruppen westlichen Stars wie Ed Sheeran, Adele und Justin...

Highlights 4/22

Schweiz
STEPS
Das Schweizer Tanzfestival «Steps» steht dieses Jahr unter dem Motto «Neue Perspektiven» – und das ist wörtlich gemeint. «Wie verändert sich der Blick auf den Tanz, wenn man ihn nicht im herkömmlichen Bühnensetting erlebt?», fragt die künstlerische Leiterin Isabella Spirig. Und natürlich erwartet man dann, dass internationaler Tanz in ganz abwegigem...