Angst und Hoffnung

Die Jahreszeiten im Klimawandel: Vier deutsche Theater koproduzieren in Saarbrücken «4 x 4».

Von wegen Sommerfrische und bunte Herbstfarben – diese «Vier Jahreszeiten» führen zum Weltuntergang, wir sehen den Klimawandel und dystopische Bilder auf einer fast durchweg dunklen Bühne, Eiseskälte wallt herein. Es dauert tatsächlich bis zum Winter, dem vierten der «Quattro stagioni»-Konzerte von Antonio Vivaldi, bis sich Tänzer zu Duos oder Trios zusammenfinden, bis sich vereinzelte Menschen endlich einmal berühren.

Mit vier Choreografen und Tänzern aus ihren vier Kompanien eröffnete die Produktion «4 x 4» das «Tanzfestival Saar 2022» – ein ambitioniertes Projekt in Zeiten, in denen man sich an hermetisch abgeschlossene «Bubbles» in den Theatern und kurzfristige Vorstellungsabsagen durch Quarantäne gewöhnt hat. Jetzt erst recht, dachten Stijn Celis aus Saarbrücken, Iván Pérez aus Heidelberg, Simone Sandroni aus Bielefeld und Roberto Scafati aus Trier, jeder von ihnen choreografierte jeweils eine Jahreszeit mit den Tänzern eines Kollegen, die Produktion geht dann auf Tour durch alle vier Städte.

Der Frühling schießt in die Tänzerkörper
Von Jules Perrot bis Merce Cunningham zieht sich das Jahreszeiten-Thema durch die Tanzgeschichte. Getanzt wurde zu Giuseppe Verdi oder Alexander ...

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Tanz April 2022
Rubrik: Produktionen, Seite 24
von Angela Reinhardt

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