Tanz den Baobab
Germaine Acogny gilt als die Ikone des afrikanischen Tanzes, eine Choreografin, Bewahrerin der Tradition und Visionärin ihrer Verlängerung ins Zeitgenössische. Die Ex-Direktorin von Mudra Afrique ist heute Leiterin der größten, wichtigsten und professionellsten Tanzschule des Kontinents. Die École des Sables wurde ihr Lebenstraum – und ein Traum für alle, die dort lernen. Dabei ist alles so anders als bei unseren Tanzschulen, dass sich nicht einmal der Name korrekt übersetzen lässt. Im Deutschen gibt es keinen Plural von Sand.
Als der erste Staatspräsident des Senegal, der Dichter Léopold Sédar Senghor und großer Förderer der Künste, 1977 gemeinsam mit Maurice Béjart beschloss, eine Zweigstelle von Béjarts Mudra-Schule in Dakar zu eröffnen, beriefen sie Germaine Acogny zur Direktorin. Als Senghor 1980 in den Ruhestand ging (was für afrikanische Politiker eher unüblich ist), wurde die Finanzierung von Mudra Afrique so stark gekürzt, dass die Institution zwei Jahre später schließen musste.
Acogny ging zurück zu Béjart nach Brüssel. Sie sollte in seiner Kompanie tanzen, wozu es aus verschiedenen Gründen nicht kam. Daraufhin versuchten sie und ihr deutscher Ehemann Helmut Vogt zehn ...
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