Jenseits
Eine gewöhnliche Bühne zeigt den Tänzer immer nur von der Seite, die er dem Publikum gerade zuwendet. Selbst wenn sich der Tänzer dreht, bleibt er streng genommen immer nur aus der einen frontalen Perspektive sichtbar.
In Australien wurde nun eine sogenannte «infra sphere camera technology» entwickelt, die die Künstler Jeffrey Shaw und Sarah Kenderdine nach Europa brachten. Volker Kuchelmeister kreierte daraus zusammen mit dem weltberühmten japanischen Tänzer Saburo Teshigawara eine Installation namens Double District.
Auf sechs Leinwänden tanzen Teshigawara und seine Partnerin Rihoko Sato ein Duo, das gleichzeitig von sechs Kameras aufgenommen wurde.
Während Teshigawara auf der einen Leinwand auf den Zuschauer zutanzt, tanzt er auf der gegenüberliegenden Fläche mit dem Rücken vom Betrachter weg. Wieder sieht man also nicht alles gleichzeitig. Aber legt man wie hier die sechs Bilder einfach nebeneinander, kann man dieselbe Tanzbewegung aus sechs verschiedenen Ansichten zugleich studieren.
Diese übergroße Sichtbarkeit, von epidemic.net vertrieben und zuletzt im Volcan von Le Havre zu sehen, verwirrt ein bisschen, aber schön ist es schon: Saburo Teshigawara und Rihoko Sato von allen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Kieselsteine symbolisieren Reinheit und Ewigkeit, Einfachheit und Glück. Aber Faustin Linyekula hält sich mit ihnen die Augen zu und schüttelt sich in Weinkrämpfen. Unser Trost ist, dass bei einem derart drahtigen, federleichten Körper einfach kein Pathos entstehen kann. Hier ist alles wahr, unmittelbar. «Keine Folklore» ist eins von Raimund Hoghes Leitmotiven...
«Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.» Das uralte Zitat von Karl Valentin liegt, in deutscher Sprache, auf dem Schreibtisch von Anne Teresa De Keersmaeker. «It’s a present from a friend», lächelt sie. Ganz offensichtlich von jemandem, der ihre Arbeit gut kennt. Denn nur auf wenige Künstler mag Valentins Bonmot so zutreffen wie auf die Gründerin der...
Der Papst forderte die Zweistaatenlösung. Was Krieg zwischen zwei souveränen Gebilden bedeuten würde. Bis dahin gibt's unzählige Sticheleien. Jerusalem, kurz bevor der Papst eintraf, wurde zu «Al-Quds, Hauptstadt der arabischen Kultur» erklärt. Ein Problem? In Ostjerusalem leben mehrheitlich arabisch Sprechende. Sie sind nur eben: israelische Staatsbürger.
Wenn...
