Taglioni lebt

Materialien aus den Salzburger Derra de Moroda Dance Archives

Tanz - Logo

Zur Familie Taglioni hat Gunhild Oberzaucher-Schüller einen Materialienband  herausgegeben. Er wird eröffnet von einer Todesanzeige Filippo Taglionis. Das mutet zwar «bizarr» an, wie sie in ihrem Vorwort einräumt, – doch spiegelt sich in ihr die außergewöhnliche Stellung dieser Tänzer- und Choreografenfamilie im Europa des 19. Jahrhunderts, die durch namhafte Tanzwissenschaftlerinnen sowie auch von Studentinnen der Universität Salzburg beleuchtet wird.

Der Band vermittelt ausgehend von den Materialien, die in den Salzburger Derra de Moroda Dance Archives gehütet werden, einen Überblick über den Aufstieg und das Wirken der Tänzerfamilie Taglioni, die mit einem Wandel der Ballettästhetik und der Rezeption von Ballett im europäischen Raum einhergehen. Sehr anschaulich spricht Barbara Romankiewicz die Rolle der Lithografie bei der internationalen «Vermarktung» Marie Taglionis an, und Patrizia Breitbarth beleuchtet ein eher unbekanntes Feld, nämlich die Huldigungskompositionen als Spiegel der Rezeption von Balletten und Ballerinen. Die zentralen Artikel von Gunhild Oberzaucher-Schüller widmen sich dem Wirken der Taglioni-Familie in Wien sowie Paul Taglioni, über dessen umfangreiches, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2007
Rubrik: Celebrities, Seite 24
von Frank-Rüdiger Berger

Vergriffen
Weitere Beiträge
She she pop

Der weiblichen Pop-Theater-Institution gelingt sozusagen eine «altersreife», nie abgeklärte, immer noch bissig kämpferische Bilanz. Eine Abrechnung mit dem Entertainment im Trash-Revueschwung. Und parallel dazu der szenische Diskurs über Performance Art und deren (finanziell beengten) Produktionsbedingungen. Denn die vier Damen und der Mann springen nicht nur zu...

Josef Nadj & Miquel Barcelo: "Paso doble"

Das Stück überstrahlte des Festival d’Avignon 2006 und war gleichzeitig die Aufführung mit den wenigsten Zuschauern. Hart war der Kampf um Eintrittskarten in der kleinen Eglise des Célestins. Aus solchem Stoff werden Mythen gestrickt.
«Paso doble» war eine der radikalsten Performances der letzten Jahre und dazu eine der sinnlichsten. Jede der zwölf  Aufführungen...

"Love & Dance"

Der Tanz ist für ihn nur Mittel zum Zweck: Chen, gerade mal dreizehn, will unbedingt Natalie kennen lernen. Heimlich beobachtet er sie durch eine Kamera, wie sie vor einem Spiegel ihre Posen probt. Statt Judo also Gesellschaftstanz. Statt Natalie die gleichaltrige Sharon. Ihr fehlt der Mann, und so stolpert er widerstrebend hinein in eine Partnerschaft, die anfangs...