Tänzerin des Jahres: Anne Teresa De Keersmaeker

Die belgische Künstlerin ist ein Idol: als Choreografin. Und ein Phänomen: als Tänzerin. Die eine kommt nicht ohne die andere aus

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Anne Teresa De Keersmaeker gehört nicht unbedingt zu den sonnigen Gemütern der Tanzszene. Die ernste Miene über einem mit den Jahren immer asketischeren Körper lässt zunehmend an Pina Bausch denken, die allerdings, je älter sie wurde, desto häufiger auch öffentlich lachte. Bei De Keersmaeker verblüfft es umso mehr, wenn ihr nach dem Ende von «Partita 2», ihrem im Mai uraufgeführten Duett mit Boris Charmatz, die Gesichtszüge zu einem glückseligen Lächeln entgleiten. So geschehen beim Berliner Gastspiel der Produktion.

Vorausgegangen war eine Stunde enormer Konzentration, wie man sie von De Keersmaeker grundsätzlich kennt. Auch dann, wenn das Bewegungsvokabular so locker, so bewusst einfach gehalten ist wie hier zu Bachs Tänzen, die dieses Mal nicht in heiligem Ernst vorgetragen werden. Die Geigerin Amandine Beyer verleiht ihnen Schwung, der die Tänzer unwillkürlich mitnimmt. Sie gehen, sie laufen im Kreis und entwickeln daraus ihre Bewegungsvariationen, ihre Schrittkombinationen. Das hat etwas überaus Kindliches, wie man es sehr wohl von Charmatz, nicht aber von De Keersmaeker kennt. Vielleicht hat die schlichte Tanzlust diesen unerwarteten Glücksausbruch bewirkt. Denn die ...

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Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: Die Saison 2012/13, Seite 136
von Eva-Elisabeth Fischer

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