Tänzer des Jahres: Stuttgarter Männer
«Wir bräuchten dringend einen Prinzen. Aber die sind alle in Stuttgart», stöhnte der Manager eines großen deutschen Opernballetts. Und aus Stuttgart bringt sie so schnell keiner weg, obwohl sich die männlichen Stars hier auf die Füße treten. Deshalb verwundert es nicht, dass die Herrenriege auch bei der aktuellen tanz-Umfrage das Feld klar dominiert.
Seit Jahren steht Ballettintendant Reid Anderson vor dem selbst geschaffenen Luxusproblem, seine zahlreichen preisbedachten, weltweit herumgereichten Ballerinos so mit Rollen und Auftritten zu versorgen, dass sich keiner unterfordert fühlt. Und weil er das so gut macht, vermehren sie sich wundersam von Jahr zu Jahr.
Noch immer wird das Bild einer großen klassischen Kompanie von ihren Ballerinen geprägt – sei es als hartnäckiger Traditionsrest aus dem 19. Jahrhundert, wo der Partner lediglich als Träger diente, oder als Ergebnis der höheren Mädchenquote im Ballettunterricht, die quasi automatisch mehr weibliche Führungskräfte hervorbringt (bisher leider nur auf und nicht hinter der Bühne). In glücklichen Phasen herrscht ein Gleichgewicht der Geschlechter, wie es in Stuttgart einst mit den berühmten «Initialen» R(ichard Cragun), B(irgit ...
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Tanz Jahrbuch 2013
Rubrik: Die Saison 2012/13, Seite 140
von Angela Reinhardt
Der junge, gegen die Ballettkonvention rebellierende Choreograf Kostja setzt in John Neumeiers «Die Möwe» nach Anton Tschechows Komödie seinen Fuß auf das kleine Podium inmitten der Bühne. Zwischen Erfolgsrausch und Selbstzweifel schwankend, küsst er die Bretter, die ihm die Welt bedeuten. So ähnlich mag es dem 1971 als jüngstem Ballettchef nach Frankfurt berufenen...
Dominik Mentzos, brauchen wir noch Bilder?
Jede Zeit hat und braucht ihre Bilder. Wir brauchen weniger oberflächliche Bilder, wir brauchen Bilder, die einen berühren können!
Ihre eigenen Fotografien tun es, sie transportieren nicht nur Bewegung, Licht und Tiefe des Bühnenraums, sie schaffen eine neue künstlerische Ebene, könnten als Kunstwerke für sich stehen. Wenn...
Es ist nun mal Tradition. Zu einem Opernhaus gehört ein Ballett. In allen großen Städten ist das so. Und wo es mal nicht so ist, wie in Köln, wo man statt Ballett den zeitgenössischen Tanz in die Oper ließ, da gibt es bald gar keinen Tanz mehr. Davon haben sich die Schweden aber wenig beeindrucken lassen. Das altehrwürdige GöteborgsOperans Balett ist erst letztes...
