Tänzer unter der Zirkuskuppel

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Was, Sie kennen Johann Le Guillerm nicht? James Thiérrée, Zimmermann & de Perrot? Dabei sind sie die neuen Söhne der Sägespäne, die Retter der europäischen Festivalidee, der Neue Zirkus ohne Zelt und Adel. Als die alte Tante Avignon vor ein paar Jahren schrecklich ächzte unter der Last der Gründerträume, die längst elitäre Bürgerpflicht geworden waren, was tat sie da? Sie rief den Zirkus.

Wenn niemand mehr Sprungkraft erwartet aus dem Cour d’Honneur des Papstpalasts, dann muss Le Guillerm mit «Secret» sein Geheimnis preisgeben:
Die originäre Kraft des Zirkus? «Ungewöhnliches machen mit altbekannten Sachen.»

Mit der Zauberei der Magier, der Weisheit der Clowns, der Köperbeherrschung der Akrobaten, der Grazie der Tänzer – sind die Zirkuskünstler prädestiniert, Spartengrenzen zu überschreiten und Tanz und Theater zu befreien. Der Neue Zirkus stelzt, seiltanzt und jongliert ohne Marschmusik, Tierdressuren sind ihm obszön, er liebt den Geistesblitz mehr als den Glanz polierter Zirkusuniformen. Er ist eine junge Kunstform, die zu definieren schwerfällt. Weil ihre Protagonisten sich noch alles erlauben wollen und weit davon entfernt sind, sich abzugrenzen. Die Artisten unter der ...

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Tanz Dezember 2008
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Redaktion

Vergriffen
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