Système castafiore
Philosophie macht Spaß, Tanztheater auch. Das ist das Motto von Marcia Barcellos und Karl Biscuit, den Gründern von Système Castafiore. Die beiden sind angetreten, um mit den Waffen der Kunst der entzauberten Welt wieder etwas Poesie einzuhauchen.
No more heroes? Das gibt es nur noch in der braven guten Kinderstube, die sich vor falschen Vorbildern schützen soll, sich vor bösen Buben fürchtet und überhaupt der Flucht in die Fantasie misstraut.
Welche Eltern erzählen ihren Bälgern noch richtige, also böse Märchen? Stattdessen gibt es kindliche Ersatzhelden, von Harry Potter bis Schwammkopf, eine Welt, die vielen Eltern völlig schnuppe sein kann. Sie ist moralisch rein und ganz bestimmt nicht von dieser Welt.
Biscuit und Barcellos sind nicht faul und tragen so ziemlich alle Arten populärer Mythen zusammen, die ihnen in die Hände fallen. Aus den Mythen des Kinos, der Märchen, der Fantasy-Romane, aus Kirche, Comics und Werbung drehen sie ihr tanzendes Personal durch einen «Low Frequency Oscillator» (2001) oder einen «Generator NR-Van» (2001), beraten darüber die ganze «Woche der vier Donnerstage» (2003) im «Büro der Längengrade» (2004), so lange, bis das Système Castiafiore diesem ...
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Euripides, der alte Grieche, schrieb um 406 vor Christus die «Bakchen» – ein Stück, in dem er ein für alle Mal mit dem Tanzen abrechnete. Die Bakchen sind bei ihm Anhängerinnen des sogenannten Dionysos-Kults. Alle drei Jahre verlassen sie ihr Dorf in Thrakien und gehen in die Wälder, um dort zum Tier zu werden. Sie tanzen sich in Ekstase und glauben an einen Gott...
Tournee-Kompanien, zu denen trotz fester Standorte auch die Forsythe Company gehört, überleben allein durch Selbstausbeutung. Jeder Einzelne steht ununterbrochen unter Hochdruck. Am Premierenabend von «Yes We Can’t» im Festspielhaus Hellerau brach der Tänzer Christopher Roman zusammen. Der Stress. Die Zuschauer haben davon nichts mitbekommen. Der neueste...
