Sylvie Guillem
Sylvie Guillem, Sie haben sich beim Publikum mit einem herzlichen, fast erstaunten Lächeln bedankt. Überrascht Sie der Zuspruch, den ein zeitgenössischer Abend findet? Die Reaktion des Publikums berührt mich immer. Wenn ich auf die Bühne gehe, möchte ich dem Publikum etwas geben: eine Vision, einen einzigartigen Moment. Die Reaktion darauf zu erleben, ist für mich sehr bewegend. Mein Lachen hat nichts mit Überraschung, nur mit Freude zu tun.
Was sagen Sie Zuschauern, die kommen, um eine legendäre Ballerina zu erleben – und enttäuscht sind von einem zeitgenössischen Stück? Schade, sage ich zu ihnen. Versuchen Sie mal, Ihr Denken etwas zu öffnen. Die Menschen erwarten oft etwas – und wenn das nicht eintrifft, sind sie enttäuscht von der Person auf der Bühne, statt sich zu fragen, ob es nicht an ihrer Wahrnehmung liegt. Das eigentlich Enttäuschende ist nicht die Person, die ihnen etwas bietet, sondern ihr Mangel an Offenheit. Ich hatte oft Diskussionen über die «Carmen» von Mats Ek. Die Zuschauer beschwerten sich, weil Ek angeblich nicht die wahre Geschichte von Carmen erzählt. Lesen Sie doch noch mal das Buch, habe ich vorgeschlagen, und Sie werden sehen, wie nah Eks Figur an der ...
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The scene was rather unusual, admittedly, and strange things seem to happen just when you least expect it. I was sceptical about the experience in the first place: a journey through a virtual world. So it was even to my own surprise that after walking out of a round apparatus called BodySpin in Budapest earlier this month, part of a project called “Crash Test...
Die Bemerkung stammt von Bertolt Brecht: dass die größte Wirksamkeit eines Künstlers kaum je mit der größten (öffentlichen) Anerkennung einhergehe. Will heißen: Wenn es Preise, Ehrungen und Auszeichnungen hagelt, hat sich der revolutionäre Elan des Anfangs längst verbraucht.
Das scharfsichtige Statement galt auch für den Erneuerer deutscher Dramatik selbst. Legte...
Olga Roriz stieß in ihrem Stück «F.I.M.» (für: «Fragmente, Einschreibungen, Erinnerungen») auf lauter grundsätzliche Frage wie: «Was ist Raum?». Dazu knöpfte ein Tänzer Hemd und Hose auf und begoss sich mit Theaterblut. Raum sei, worin die menschliche Existenz gesperrt ist. «Was ist Zeit?» Die im Stuhl sich windende Tänzerin antwortete, dass sie «tired for...
