Vom Überkreuzen beyder Hände
Selten setzt innovativer Tanz auf Musik als Vorlage oder Inspiration. Philipp Gehmacher, der im Auftrag des Salzburger Mozarteum das 45-minütige Stück «das überkreuzen beyder hände» herausgebracht hat, meint dazu: «Das (Sichentfernen von der Musik) hat damit zu tun, dass die Musik in einem fort nach vorn drängt, in Zukünftiges fließt, während mein Tanz innehält und Rückbezügliches zeigt.» Trotzdem hat sich Gehmacher auf Mozart eingelassen.
Am Premierenabend im speziell dafür adaptierten, mit reichlich Gold geschmückten Saal scheint es, als ob sich die Choreografen Gehmacher, Salva Sanchis und Johanne Saunier verabredet hätten, Mozart wörtlich zu umgehen und einzurahmen.
Mit Schritten allein ist Mozarts Tempi auch nicht beizukommen. Also wird der kondensierten scheinbaren Einfachheit der Musik akzentuierte Form entgegengesetzt. Und lässt die Musik tanzen.
Salva Sanchis macht daraus in «Ten Variations in G» ( KV 455) mit der Tänzerin Manon Santkin Mozart eine Art Liebes-erklärung an die Musik. Immer wieder verharrt er mit der Partnerin in Bewegungssequenzen, die von historischen Vorbildern inspiriert scheinen.
Johanne Saunier – wie Salva Sanchis ehemals Mitglied in Keersmaekers ...
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