«Vacant» in Wolfsburg
Unfreiwillig ist Vacant fast zu einem Epitaph auf György Ligeti geworden, der am 12. Juni das Zeitliche gesegnet hat. Seine Musik sei so vollkommen, hat Saburo Teshigawara nach der Uraufführung in Genf verlauten lassen, sie brauche keine physische Aktion mehr – und wagte dennoch ein Stück, das das schier Unmögliche möglich macht: den Körper völlig vakant, gänzlich frei erscheinen zu lassen.
Erst mit der Zeit ergreift der Tanz von ihm Besitz und erobert Gelenk um Gelenk, Wirbel um Wirbel: eine Choreografie wie auf einem schwankenden Boden, die sich nicht nur oszillierend nach und nach zu einem ontologischen Ganzen fügt, sondern Ligetis Musik als einen geistigen Raum interpretiert, den Teshigawara mit seinem gestückelten Tanz füllt. Das macht das Zuschauen nicht unbedingt einfach. Aber wie die Deutschland-Premiere bei movimentos in Wolfsburg beweist, bringt der polyzentrische Prozess das Publikum aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das Grand Théâtre de Genève sollte sich nach diesem Erfolg überlegen, ob es auf seiner Frankreich-Tournee nicht Teshigawaras «Para-Dice» durch «Vacant» ersetzt – schon Ligetis wegen.
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