sylvie guillem
Sylvie Guillem,
Sie haben 1989 das Ballett der Pariser Oper verlassen und sind als freie Künstlerin zum Weltstar geworden. So viel Wagemut ist im Tanz selten, eine solche Karriere auch. Wie kommt das? Ich denke, Tänzer sind ein wenig zu diszipliniert. Sie werden vom ersten Moment der Ausbildung, die in der Regel in sehr jungen Jahren beginnt, infantil gehalten. Danach sind die meisten konzentriert auf das, was sie tun, und haben im Grunde keine Vorstellung davon, was sie eigentlich wollen. Sie mögen es wahrscheinlich sogar, dass andere ihnen die Entscheidungen abnehmen.
Ich habe es irgendwann nicht mehr ausgehalten, immer Befehle und Denkverbote zu bekommen. Ich war Erste Solistin an der Pariser Oper und sagte den Chefs: Was ihr mir bietet, ist nicht genug. Die Sicherheit und das Prestige sind mir egal. Danach war ich frei. Aber natürlich liegt dann auch alle Verantwortung bei dir, ob du es schaffst oder nicht.
Sie sind recht hart gegenüber den Kollegen. Ich beschreibe nur die Realität. Die Ballettchefs wissen, dass Tänzer im Zweifelsfall die Klappe halten, und nutzen das aus. Wenn man sich heute das Programm der Pariser Oper anschaut, steht auf der Besetzungsliste nur noch: Les ...
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Tanz Juli 2012
Rubrik: menschen, Seite 24
von Sven Behrisch
Seit ihrer Gründung 1984 rätseln Forced Entertainment über das Geheimnis des Geschichten-Erzählens, hielten ihr Publikum mit nächtelangen Märchen-Marathons wach und entwickelten Mini-Plots, ohne je zu einer Pointe zu gelangen. «Aber jetzt», so verrät die selbstgewisse Dozenten-Pose der sechs Performer gleich zu Beginn im Essener PACT Zollverein, – jetzt wissen sie...
Zunächst einmal muss ich Ihnen sagen, dass Ihr Intendant nicht mit einer unzulässigen Anfrage an Sie herangetreten ist. Allerdings ist die Regelung im NV Bühne, auf die er sich bei seinem Vorgehen stützen kann, erst zum 1. Januar 2003 in Kraft getreten und deshalb noch nicht so bekannt. In § 61 Abs. 3 Unterabs. 3 NV Bühne wird Folgendes bestimmt:
«Besteht das...
Horst Koegler war nicht der Einzige, der über die «Sylvia» von László Seregi einst ins Schwärmen geriet. «Die ganze Choreografie», schrieb er 1973, «ist ein Füllhorn witzigster und sprühendster, durchgehend aber striktest dramaturgie- und charakterbezogener Einfälle – nie grob, nie direkt, nie vulgär, immer lächelnd, immer heiter, immer charmant.» Eine...
