Stuttgarter Ballett

ist 50 Jahre alt und immer noch ein Familienbetrieb, dessen Ahn den Namen John Cranko trägt. Von ihm stammen die Leiter dieses Ballettwunders ab, Márcia Haydée einst, Reid Anderson heute. Crankos Schule, Crankos Werke, vor allem aber Crankos unbedingter Wille, das Ballett zu erneuern, machen das Stuttgarter Ballett zu einem Ort, der sich erfolgreich wie keine andere Truppe der eigenen Musealisierung entzieht

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Drei Wochen lang Aufführungen, Gastspiele, Rückblicke, Ausgrabungen alter Stücke, eine Direktorenkonferenz und natürlich die obligatorische Gala: Das 50. Jubiläum des Stuttgarter Balletts wurde mit einem riesigen Fest und Prominenz aus aller Welt begangen. Im ­Mittelpunkt standen die ehemaligen Tänzer: Intendant Reid Anderson hatte alle eingeladen, derer man habhaft werden konnte, und für die ­meis­ten von ihnen – das Bild bot sich immer wieder in den Foyers und Sälen – war es wie eine Rückkehr in den Schoß der Familie.

Das etwas abgedroschene Schlagwort von der «Stuttgarter Ballettfamilie» hilft tatsächlich, die Funktionsweise dieser Kompanie zu verstehen. Denn seit John Crankos Tod vor fast 40 Jahren liegt die Leitung des Stuttgarter Balletts noch immer in der Hand seiner Geschöpfe, die nun an der Spitze der Kompanie stehen: nach seiner Muse Márcia Haydée jetzt der frühere Solist Reid Anderson.Und noch immer studiert seine Choreologin Georgette Tsinguirides seine Werke ein.

Cranko ist der Klebstoff dieser höchst lebendigen Kompanie, der wahrscheinlich intensiver durch seine Idee einer Ballettkompanie wirkt als durch seine wenigen Werke. Sein Nachruhm hat dem Stuttgarter Ballett ...

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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Kompanie des Jahres, Seite 118
von Angela Reinhardt

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