Stuttgart: Flamencos en route «Mosaico»

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Wenn Brigitta Luisa Merki choreografiert, entsteht ein Teppich, so farbenfroh wie ein anatolischer Kelim, so fein und präzise geknüpft wie ein Seidenteppich und so erdnah wie der Granitplatten-Sitzplatz in Herrn und Frau Schweizers Garten. Es scheint darum obsolet, dass sie ihr zweitletztes Stück «Mosaico» nennt. Mosaike sind sie eigentlich alle. Hier aber hat die Aargauer Choreografin einen jungen Kollegen herbeigeholt, David Coria aus Sevilla, Flamenco-Choreograf wie sie.

Und beide Choreografien fügen sich in der Alten Reithalle in Aarau mit dem Flamenco und der Musik des Orchesters Chaarts zu eben diesem Mosaik, das dem Tanz den Namen gibt. 

Im Mittelpunkt des ersten Teils steht der «Bolero», den Brigitta Luisa Merki bereits 2017 für «tanz&kunst königsfelden» geschaffen und nun mit ihrer Kompanie Flamencos en route überarbeitet hat. Da gibt es kein Vortanzen, kein Umringen, keinen Verführungstanz, dafür eine Gruppe von Frauen und Männern, welche die Faust in die Höhe strecken und von da aufs Herz klopfen, zum Klacken der Absätze. Dieser «Boléro» ist ein Tanz der Wut und des Schmerzes, gebrochen in sanften Begegnungen und Berührungen. Ein starkes Stück, das wie Ravels ...

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Tanz Januar 2019
Rubrik: Kritik, Seite 42
von Lilo Weber

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