Mode von Lucien Lelong auf dem Eiffelturm, Paris 1939; Foto: Erwin Blumenfeld
Still dance
Es gibt ikonische Schwarz-Weiß-Fotografien, die sich unserem kollektiven Bildgedächtnis als Inbegriff für Glamour und Mode der 1940er- und 1950er-Jahre eingebrannt haben. Auf vielen dieser Fotografien ist eine schöne elegante Frau mit athletischem Körper, dunklen geschwungenen Augenbrauen und leicht ironischem Lächeln zu sehen. Fast immer scheint es, als werde sie sich gleich bewegen, ihren Blick abwenden, oder gar aus dem Bild laufen: Lisa Fonssagrives.
Ihre Kunst ist die Kunst der unvollendeten Bewegung: eine angedeutete Geschichte, ein Innehalten – und so bleibt es dem Betrachter überlassen, sie zu Ende zu führen und das Bild auf mehreren Ebenen zu lesen. «Still dance», so bezeichnet Lisa Fonssagrives ihre Arbeit als Mannequin.
Fonssagrives’ Leben ist eine Mischung aus vielen glücklichen Zufällen und großer Kontinuität, dazu geprägt von einem starken Willen zur Schönheit. Sie wird 1911 in Schweden geboren, ihre Eltern sind Zahnärzte, kunstinteressiert, ermuntern sie zu einer künstlerischen Laufbahn. Sie zeichnet, studiert Bildhauerei, und 1931, mit 20 Jahren, schreibt sie Mary Wigman, die sie einlädt, sich in ihrer Berliner Schule – geleitet von Margarete Wallmann – ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz November 2017
Rubrik: Bewegung, Seite 4
von Marina Dafova
Sie ist die «Queen of Screams». Kein Ballett von Erna Ómarsdóttir, das nicht auch eine Kreisch-Operette wäre. Schmerzensschreie, Lustschreie, Angstschreie, Freudenschreie, Zornschreie, Stimmerkundungsschreie, Monsterschreie, Babyschreie, Irrenschreie ... Ómarsdóttir lehrt mit ihrer Iceland Dance Company die Kunst der Differenzierung auch beim Geplärr, und das ist...
Simon Mayer stammt aus einem kleinen Ort im Innviertel, aus dem er auszog, um die Welt des zeitgenössischen Tanzes zu erobern: als Tänzer, Choreograf, Performer, Schauspieler, Musiker und Bühnenbildner. Zurückgekehrt ist er, um sich mit Fragen zu beschäftigen, die durchaus aktuell sind und auf verschiedensten Wahlplakaten stehen könnten: «Was ist Heimat? Wem gehört...
Christine Hasting, Sie starten Anfang Januar in München mit einem Fortbildungsseminar für Tanzpädagogen, die mit Amateuren der älteren Generation Tanztheater machen wollen. Warum? Seit sieben Jahren erarbeiten wir, Rainer Wallbaum und ich, unter dem Titel «Wohin des Wegs» Tanztheaterprojekte für Menschen über 60. Dabei fokussieren wir uns sechs Monate lang, einmal...
