Stephanie Thiersch «Cactus Bar»
«Wir sind hier in der Cactus Bar in der Wüste», verortet Jens Münchow die Bühne. Formschöne, mannshohe Gebilde aus rotem Leder und mit giftgrünen Stacheln dienen als Garderobe, DJ-Kabine, Sitzmöbel. Ein Spielplatz für Erwachsene. In Mexiko war Stephanie Thiersch auf Gastspielreise. Dort bedeuten Kakteen einen Schutzwall, Phallus, dienen auch als Aphrodisiakum. Das umreißt die Symbolik ihres neuen Stücks.
In der Wüstenoase labt man sich an der Lust und bewässert die Seelenödnis mit Drogen. Zwei Tänzerinnen, zwei Tänzer sowie DJ-Jane Miss Bailey gleiten durch sphärischen Nebel.
Wollen erotisierte Körper sein, und den ultimativen Kick erleben.
Sonst bestimmen Selbstdarstellung, Identitäts- und Sinnsuche in der Medienwelt thematisch die Arbeit von Stephanie Thiersch, zuletzt bei ihrem erfolgreichen «Beautiful Me». Diesmal analysiert sie die Seelen und ihre Abgründe tiefer. Mit dem Nimbus der Medienkünstlerin gezeichnet, verzichtet sie überraschend auf visuelle Technik, dafür choreografiert sie filmisch: abrupte Schnitte, Zeitlupe, Stills, dann die Totale. Körper liegen verstreut im Raum, verlassen und versehrt wie nach einem Stellungskrieg. Ein Paar Beine hängt aus dem zum Strandkorb ...
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