Stephanie Thiersch: «Blind questions: I see you me neither»
Sie schlägt den Menschen mit Blindheit, lähmt und beflügelt ihn, ist Höllen- und Himmelsmacht. Die gute alte, ewig junge Liebe. Die Kölner Choreografin Stephanie Thiersch fühlt sich derzeit reif für die Liebe, macht aber schon im Titel ihres im tanzhaus nrw Düsseldorf uraufgeführten Stücks klar, dass ihre Kompanie mouvoir vor Liebe nicht sonderlich sehend wurde: «blind questions: I see you me neither» – Liebende sehen sich gegenseitig nicht. Dafür dürfen andere ihnen beim Blindsein zuschauen.
«Sie» will Kaffeetassen, «er» ein Wasserbett.
Oops, das ging schnell – schon am Anfang ist die Liebe am Ende. Sie will wieder in ihren alten Bikini passen. Er will den ganzen Planeten, ohne sie darin; ihren Bikini hätte er aber schon gern. Vier Performer – zwei Tänzer, ein Schauspieler, eine Opernsängerin – tanzen an der Bühnenrampe.
Ihre Rosenkriegs-Sätze sind Belustigung fürs Publikum und Statement: Nach ihrer Tanzshow «Cactus Bar» zum Thema «Erotik heute» bleibt Stephanie Thiersch weiter heiter. Liebe und Sex in Michel-Houellebecq-verdorbenen Zeiten sind nun mal eher lächerlich und nur wenig sublim.
Die verbalen Gemeinheiten tröpfeln blasiert heraus. Man kennt das Lamento des Partners ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Kalender März
Hero-Antihero
... der Gute und der Böse. So einfach ist die Welt im Comic und im Film. Warum nicht auf der Tanzbühne? «Geht!», sagt Lene Boel, die Dänin. Sie ist ganz be-geistert von japanischen Samurai- und Zeichentrickfilmen. Vier B-Boyz tanzen in ihrer 1997 gegründeten Truppe Next Zone. Aus Los Angeles, Kolumbien, Mailand und London kommen die vier...
Das Chladek-System in drei Sätzen … Rosalia Chladek (1905–1995) gilt als eine der bedeutendsten Wegbereiterinnen des Ausdruckstanzes. Sie tanzte, choreografierte und entwickelte ihre eigene Bewegungs- und Tanztechnik: das Chladek-System. Es basiert auf den anatomischen und physikalischen...
Zwei nichtssagende Männer vor kahlen Wänden der Probebühne in statischem Licht und lastender Stille. Sie stehen unbeteiligt herum, setzen sich auf ein Päuschen. Etwas erholt, flaniert das sich genügende Duo auch mal quer durch den Raum. Oder präsentiert sich zurückhaltend narzisstisch mit offenem Hemd, dem Muskel-Spiel von Bauch und Rücken, den Blicken der...
