Jenseits
Maßgeblich ist der Mensch. Der Höhe, Breite, Länge nach. Danach richtet er sich ein. Gern bequem. Seit gut zehn Jahren choreografiert Jenni Kivelä so die Natur ihrer Spezies. In «Red-Letter Days», «Ylva-lii and Other Stories», «Master Detectives» und «House of Mrs Wilson». Menschen, also Finnen, sind ganz schön anpassungsfähig. Eigenbrötler qua Geografie, ballen sie sich gern gegen Dunkelheit und Kälte in den Städten. Wortkarg werden sie da zu Experten in Körpersprache. Exzellentes Publikum für Jenni Kiveläs Tanztheater.
Lassen wir die Vergleiche mit der Sasha Waltz ihrer Anfänge. Die war nie so geschmeidig und relaxt wie Kivelä. Wo wir albern werden oder intensiv auf Krampf, entspannen sich Kivelä und ihre Kompanie, die Kind People. Sind nachdenklich, ohne zu grübeln und lustig, ohne laut zu werden. Ihre Texte sind ein bisschen versponnen. Ist die Autorin und Choreografin ja auch. Was man so denkt in langen Wintern unter der Sonnenlampe. So wie die den Alltag rings beleuchtet, schaut auch Jenni sich darin um: hell, warm, wertfrei, klar.
Am 13. Mai in der alten Kabelfabrik Zodiak in Helsinki hat «Last Laugh» Uraufführung. Dem Programm nach die kleinste Vorstellung der Welt über die ...
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Sie schlägt den Menschen mit Blindheit, lähmt und beflügelt ihn, ist Höllen- und Himmelsmacht. Die gute alte, ewig junge Liebe. Die Kölner Choreografin Stephanie Thiersch fühlt sich derzeit reif für die Liebe, macht aber schon im Titel ihres im tanzhaus nrw Düsseldorf uraufgeführten Stücks klar, dass ihre Kompanie mouvoir vor Liebe nicht sonderlich sehend wurde:...
Dita Von Teese im roten Negligé, umgarnt von sechs kaum bekleideten Dienstmädchen. Dita solo, in die Welt hinausblickend, ihre Zigarettenspitze schwingend. Dita ondulierend, hedonistisch ihre Rundungen streichelnd und im Luxus badend. Neue Nummern, exklusiv für das Pariser Tanzetablissement Crazy Horse kreiert, mit den Girls des weltberühmten Cabarets. Dazu gibt es...
Das «Triadische Ballett» des damals 24-jährigen Oskar Schlemmer, uraufgeführt am 30. September 1922 am Württembergischen Landestheater in Stuttgart, war ein Höhepunkt des abstrakten Balletts. Keine getanzte Handlung, sondern ein «freies Spiel» der optischen Komposition. Statt Menschelndem tanzte Pappmaschee. Die Tutus bestanden aus bunten Holzringen. Die Arme waren...
