Jenseits
Maßgeblich ist der Mensch. Der Höhe, Breite, Länge nach. Danach richtet er sich ein. Gern bequem. Seit gut zehn Jahren choreografiert Jenni Kivelä so die Natur ihrer Spezies. In «Red-Letter Days», «Ylva-lii and Other Stories», «Master Detectives» und «House of Mrs Wilson». Menschen, also Finnen, sind ganz schön anpassungsfähig. Eigenbrötler qua Geografie, ballen sie sich gern gegen Dunkelheit und Kälte in den Städten. Wortkarg werden sie da zu Experten in Körpersprache. Exzellentes Publikum für Jenni Kiveläs Tanztheater.
Lassen wir die Vergleiche mit der Sasha Waltz ihrer Anfänge. Die war nie so geschmeidig und relaxt wie Kivelä. Wo wir albern werden oder intensiv auf Krampf, entspannen sich Kivelä und ihre Kompanie, die Kind People. Sind nachdenklich, ohne zu grübeln und lustig, ohne laut zu werden. Ihre Texte sind ein bisschen versponnen. Ist die Autorin und Choreografin ja auch. Was man so denkt in langen Wintern unter der Sonnenlampe. So wie die den Alltag rings beleuchtet, schaut auch Jenni sich darin um: hell, warm, wertfrei, klar.
Am 13. Mai in der alten Kabelfabrik Zodiak in Helsinki hat «Last Laugh» Uraufführung. Dem Programm nach die kleinste Vorstellung der Welt über die ...
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Wofür steht das Schaf in Südafrika: für Unschuld oder Dummheit? Bei Nelisiwe Xaba tut es vor allem eins. Es steht herum. Weiß, rund und fett, stolz, still und stoisch auf dem Tischchen. Irgendwo in diesem alten Wohnzimmer flimmert die Flimmerkiste. Nur das Publikum im Saal sieht den Zeichentrickfilm, der im Kasten läuft. In dessen frenetischem Rhythmus sind die...
Auf der Tagesordnung steht die Auflösung der Noverre-Gesellschaft erst 2010 wieder: bei der nächsten Mitgliederjahresversamm-lung, als Punkt fünf. Zeit genug, die Situation des Vereins zu überdenken. Das ist auch nötig, denn die «Freunde des Balletts» handeln nicht aus Selbstzweck, sondern um einer Institution willen: der des Stuttgarter Balletts.
Dass Anfang...
Josephine Ann Endicott ist die Frau mit dem Nilpferd. Die Anna II aus «Sieben Todsünden», die Liebende, die ihren Mann anfleht, «Komm tanz mit mir». Seit 1973 ist sie unabdingbarer Teil von Pina Bauschs Tanztheater. Startänzerin, persönliche Assistentin, Repertoire-Dozentin, seit Kurzem Archivarin – gelegentlich «Nestbeschmutzerin». Schon einmal hat Jo Ann...
