Stephanie Schober
In England gelte sie als cutting edge, sagt sie: «als total experimentell, obwohl meine Arbeit bewegungsorientiert ist». Stephanie Schober aus Freiburg, die nach begonnenem Medizinstudium die dreijährige Laban-Ausbildung in London absolvierte, choreografiert dort seit 2002 für ihre eigene Kompanie. Wegen der Fördersümmchen in kleinen und wechselnden Besetzungen. Das Southbank Centre unterstützt sie, beim Nottdance-Festival, inselweit, auch in Spanien, Belgien, Portugal zeigt sie ihre Produktionen.
Mit «Newly», einem Auftragswerk für die Experimentierabteilung des Royal Opera House, ROH2, kam die 33-Jährige kürzlich auch nach Deutschland zur «Europäischen Tanzplattform» im Frankfurter Mousonturm.
So wie diesem zwanzigminütigen Duett ein klarer Standpunkt zu fehlen scheint, steht auch der Titel unvollständig da. Er könnte sagen: Newlywed. Denn es geht um Frischvermählte in den estnischen Hochzeitsliedern von Veljo Tormis, Jahrgang 1930, archaisch rhythmischen Chorgesängen, die ihr nun als Inspiration dienten, aber ungehört bleiben. Zu sehen sind, kein Wunder, ein Mann und eine Frau. Von allen guten Musikgeistern verlassen, machen sie selber Laute: «iii», «ffff», «sss», «oi oi oi oi ...
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