Occasional Theatre
Das Licht schält sie sanft, fast nachsichtig, aus dem Dunkel heraus. Zwei Figuren, sie vorn, er hinten, in zwei Welten. Dazu klackert, schabt und hallt es in der elektronischen Klangkulisse. Als blicke man in eine entfernte Zeit, einen fremden Ort; zerfallen und vergessen sind Alltag und Leben. Die Frau im knielangen goldbraunen Kleid reckt ihr Gesicht suchend, leicht schwankend, in die Höhe. Immer wieder greift die eine Hand zum Arm der anderen Körperseite.
Halt suchend, verletzt, verschlossen? Oder sie tanzt in ewigen Wiederholungen, die Arme mal ausgestreckt, mal eingeknickt, ihren kleinen Wirkungsraum aus, sinnlos beschäftigt. Der Mann liegt platt am Boden, die Arme wellen sich und zucken, mit der Zeit wächst das Lebewesen auch ins Stehen. Sie sehen einander an wie im Spiegel, die Entfernung schmilzt allmählich; am Ende, nach fast dreißig Minuten, hält er sie wie ein Retter im Arm.
Die Künstlichkeit verleiht «Alchemik Halucynacji» einen fast filmischen Zauber, doch das Duett hinterlässt einen allzu süßlich-schweren Geschmack. Die mit diversen Preisen ausgezeichneten Tänzer-Choreografen Joanna Czajkowska und Jacek Krawczyk schufen seit 1998 mit ihrem Teatr Okazjonalny/Occasional ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«Tanzsport?!»
«Ist ein Begriff, den vornehmlich Standardtänzer benutzen. Für Choreografen scheint der Vergleich von Sport und ihrer Kunst eher den Tatbestand einer Beleidigung zu erfüllen.» Sagt Nick Hobbs. Der Choreograf. Frei machen vom «Sportlichen» kann sich der Tanz eh nicht. Nur Menschen, die sich nicht gern bewegen, tanzen nicht. «Sport ist ein Teil des...
Da steht sie, aufrecht und schmal, schlichter schwarzer Anzug, flaches Schuhwerk, die Arme links und rechts um ihre Tänzerinnen geschlungen. Festen Schritts tritt sie an die Rampe und nimmt die Ovationen ihres Publikums entgegen. Dennoch, ein skeptischer Blick über die Scheinwerfer hinweg streift das Parkett, der Hauch eines Lächelns spielt um ihre Lippen.
Draußen,...
Mitgearbeitet haben: Claus Hipp, Roger Willemsen, Tom Buhrow, Richard von Weizsäcker, Marianne Birthler, der Kochkünstler Ferran Adrià, der Datenschutzbeauftragte Peter Schaar, die Hochkommissarin der UNO für Menschenrechte, Louise Arbour, fünf Preisträger des Nürnberger Menschenrechtspreises aus Ruanda, Tunesien, Usbekistan, Indien und Pakistan und, und ... Andere...
