Occasional Theatre
Das Licht schält sie sanft, fast nachsichtig, aus dem Dunkel heraus. Zwei Figuren, sie vorn, er hinten, in zwei Welten. Dazu klackert, schabt und hallt es in der elektronischen Klangkulisse. Als blicke man in eine entfernte Zeit, einen fremden Ort; zerfallen und vergessen sind Alltag und Leben. Die Frau im knielangen goldbraunen Kleid reckt ihr Gesicht suchend, leicht schwankend, in die Höhe. Immer wieder greift die eine Hand zum Arm der anderen Körperseite.
Halt suchend, verletzt, verschlossen? Oder sie tanzt in ewigen Wiederholungen, die Arme mal ausgestreckt, mal eingeknickt, ihren kleinen Wirkungsraum aus, sinnlos beschäftigt. Der Mann liegt platt am Boden, die Arme wellen sich und zucken, mit der Zeit wächst das Lebewesen auch ins Stehen. Sie sehen einander an wie im Spiegel, die Entfernung schmilzt allmählich; am Ende, nach fast dreißig Minuten, hält er sie wie ein Retter im Arm.
Die Künstlichkeit verleiht «Alchemik Halucynacji» einen fast filmischen Zauber, doch das Duett hinterlässt einen allzu süßlich-schweren Geschmack. Die mit diversen Preisen ausgezeichneten Tänzer-Choreografen Joanna Czajkowska und Jacek Krawczyk schufen seit 1998 mit ihrem Teatr Okazjonalny/Occasional ...
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Das Ausrufezeichen hinter dem Namen Béjart, mit dem das Ballett der Straßburger Rheinoper seinen Abend ankündigte, lässt keinen Zweifel. Eine Hommage an den im vergangenen November verstorbenen großen Choreografen sollte es nicht werden, «dergleichen hätte Maurice gelangweilt», wie Ballet-Chef Bertrand d’At sagte. Der ehemalige Tänzer und spätere Assistent Béjarts...
Mel Ferrer hat es nicht verdient, aber er wird immer so vorgestellt: Audrey Hepburns erster Ehemann. Erinnern Sie sich an Fürst Andrej, mit dem sie 1956 als Natascha in «Krieg und Frieden» Walzer tanzt? Das schönste Paar auf dem Parkett. Es muss ein besonderer Mann sein, der an Hepburns Seite nicht verloren geht. Deswegen ist er Audrey aufgefallen. Als er drei...
Emanzipation? Na, ich finde das gut. Das haben die 68er damals auf den Weg gebracht. Aber ich war nicht aktiv. Ich war nur mit Tanz und Training beschäftigt. Das macht einen so müde, dass einem der Kopf dann völlig ausgeblasen ist. Da kannst du nicht so politisch denken. Nur, dass so eine Nazizeit nicht noch mal kommen darf, ist klar. Viele Künstler waren naiv und...
