Katja Erdmann-Rajski

Stuttgart: Katja Erdmann-Rajski: «Glenn Gould ...»

Tanz - Logo

Glenn Gould habe sich die Musik zuerst in seinem Inneren ertanzen müssen, notierte ein Kritiker über das Spiel des berühmten Pianisten. Wahrscheinlich liegt es an dieser besonders massiven Präsenz eines Künstlers in der von ihm interpretierten Musik, dass der Tanz an diesem Abend unsere Aufmerksamkeit nur schwer fesseln kann. Glenn Gould gilt das Interesse des neuen Tanzstücks von Katja Erdmann-Rajski, und der kanadische Tastenkünstler spielt, spricht und summt nicht nur vom Band, sondern zieht in der Person des Schauspielers Bernd Lindner von Beginn an alle Blicke auf sich.

«Glenn Gould oder Das Verschwinden der Musik» heißt die assoziativ verwobene  Tanz-, Text- und Klangcollage, die in Stuttgart zur Uraufführung kam. Davon, wie ein Exzentriker hinter seiner Person die Musik zum Verschwinden bringt – und den Tanz gleich mit ihr –, wird 90 Minuten lang die Rede sein. Ein Stuhl links, ein Streifen Spiegelfolie rechts auf dem Boden: Mehr stellt sich dem Tanz in dem fast leeren Raum nicht entgegen. Doch die drei Tänzerinnen Julia Brendle, Parwanhe Frei und die Choreografin selbst sind kaum mehr als bewegte Hintergrundfolie für die packend gesprochene Erzählung vom einsamen Kerl, den ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2008
Rubrik: Der Kalender, Seite 38
von Andrea Kachelrieß

Vergriffen
Weitere Beiträge
Paris im Mai

2008, auf den Straßen wälzen sich die Massen voran. Zur Arbeit, nach Hause, zum Vergnügen. Die größten Plakate verkünden den Kinostart von «Sex and the City». Im Mittelpunkt das Happy End am Altar. Die Braut trägt Weiß, um in aller Öffentlichkeit ihre Unschuld zu demonstrieren. Demonstrieren? Oh bitte, vierzig Jahre sind kein Fliegenschiss. Im nordfranzösischen...

Die Bernal Methode

Auf den ersten Blick unterscheidet sich ihr Unterricht nicht von dem anderer Ballettpädagogen. Erst wenn man genauer hinschaut, ist vieles anders: die Zeit, die sie sich für die «Stange» nimmt, die Unnachsichtigkeit, mit der sie immer wieder die ers-te Position korrigiert. Bis alles im Lot ist. Christina Bernal, klein von Gestalt, aber unübersehbar im Ballettsaal,...

Nick Hobbes

«Tanzsport?!»

«Ist ein Begriff, den vornehmlich Standardtänzer benutzen. Für Choreografen scheint der Vergleich von Sport und ihrer Kunst eher den Tatbestand einer Beleidigung zu erfüllen.» Sagt Nick Hobbs. Der Choreograf. Frei machen vom «Sportlichen» kann sich der Tanz eh nicht. Nur Menschen, die sich nicht gern bewegen, tanzen nicht. «Sport ist ein Teil des...