Katja Erdmann-Rajski

Stuttgart: Katja Erdmann-Rajski: «Glenn Gould ...»

Tanz - Logo

Glenn Gould habe sich die Musik zuerst in seinem Inneren ertanzen müssen, notierte ein Kritiker über das Spiel des berühmten Pianisten. Wahrscheinlich liegt es an dieser besonders massiven Präsenz eines Künstlers in der von ihm interpretierten Musik, dass der Tanz an diesem Abend unsere Aufmerksamkeit nur schwer fesseln kann. Glenn Gould gilt das Interesse des neuen Tanzstücks von Katja Erdmann-Rajski, und der kanadische Tastenkünstler spielt, spricht und summt nicht nur vom Band, sondern zieht in der Person des Schauspielers Bernd Lindner von Beginn an alle Blicke auf sich.

«Glenn Gould oder Das Verschwinden der Musik» heißt die assoziativ verwobene  Tanz-, Text- und Klangcollage, die in Stuttgart zur Uraufführung kam. Davon, wie ein Exzentriker hinter seiner Person die Musik zum Verschwinden bringt – und den Tanz gleich mit ihr –, wird 90 Minuten lang die Rede sein. Ein Stuhl links, ein Streifen Spiegelfolie rechts auf dem Boden: Mehr stellt sich dem Tanz in dem fast leeren Raum nicht entgegen. Doch die drei Tänzerinnen Julia Brendle, Parwanhe Frei und die Choreografin selbst sind kaum mehr als bewegte Hintergrundfolie für die packend gesprochene Erzählung vom einsamen Kerl, den ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juli 2008
Rubrik: Der Kalender, Seite 38
von Andrea Kachelrieß

Vergriffen
Weitere Beiträge
Mechthild Grossmann

Ihr Schnurren ist das einer Raubkatze. Unvermittelt setzt sie zum Sprung an, die Beute fest im Blick, und krallt sich in ihren Hals. Der Danse macabre beginnt. Diva mit Killerinstinkt. Sie lenkt die Schritte. Der junge Mann hat keine Chance.

Die Rolle der Martha in Edward Albees mörderischer Eheschlacht «Wer hat Angst vor Virginia Woolf?» ist Mechthild Großmann auf...

André Presser

 

André Presser ist nicht auf den Hund gekommen, wie das Deckblatt einer Biografie vermuten lässt. Aber Tishpoo ist immer dabei, wenn sein Herrchen dirigiert. Das tut der rot­haarige «Ratje» aus Amsterdam, wie ihn eine seiner Geliebten nennt, heute nur noch in Ausnahmefällen.

Andries Jacob Presser, wie der Sohn eines jüdischen Kabarettisten eigentlich heißt, ist...

Paris im Mai

2008, auf den Straßen wälzen sich die Massen voran. Zur Arbeit, nach Hause, zum Vergnügen. Die größten Plakate verkünden den Kinostart von «Sex and the City». Im Mittelpunkt das Happy End am Altar. Die Braut trägt Weiß, um in aller Öffentlichkeit ihre Unschuld zu demonstrieren. Demonstrieren? Oh bitte, vierzig Jahre sind kein Fliegenschiss. Im nordfranzösischen...