Stela Korljan: «Mario und der Zauberer»
Zeitgenossen entdecken in Thomas Manns Novelle Mario und der Zauberer mühelos Bezüge zu heute. Als ein Stück über die Freiheit des Willens choreografierte es Stela Korljan, Ballettdirektorin vom Schleswig-Holsteinischen Landestheater. Aus dem «Zauberer» wird der Ich-Erzähler, ein Alter Ego Thomas Manns: niemand anderes als der Generalintendant Michael Grosse, der sich als nachdenklichen und distanzierten Beobachter voll skeptischer Ironie auf die Bühne bringt. Gegen ihn haben Azat Gharibyans Kombinationen von Sprung- und Drehfiguren mit hohem Schwierigkeitsgrad keine Chance.
Ein Mensch ist frei, aber der Intendant in Rodinscher Denkerpose ist ihm überlegen. Thomas Mann schuf dazu einen Mitläufer, die Titelfigur Mario, der die reizende Silvestra entdeckt, die wiederum einen vollendeten Pas de deux mit dem Schriftsteller nutzt, um Mario eifersüchtig zu machen. Auf Basis dieses tödlich endenden Literaturklassikers entstand für die Bühnen des Landestheaters eine stimmige Ballettversion mit ergreifenden Verführungsszenen und einer sauberen Thomas-Mann-Moral im Schlussbild: «Wer zu gehorchen wisse, wisse auch zu befehlen».
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Er war ein Latin Lover, wie ihn sich eine Julia wünscht, und ein begnadeter Ballerino obendrein, für den das Tanzen eine Existenzfrage war. Fernando Bujones, 1955 in Miami als Sohn kubanischer Eltern geboren, tanzte so schwerelos und mit einer schier unfassbaren Eleganz, dass man seinem scheinbar so selbstverliebten Statement «Baryshnikov hat den Ruhm, ich das...
In Hungary it pays to sit on cultural boards.
While this may only be a postcard from Budapest, I will be the first to admit that new dance has only deserved a postcard or two worth of news in recent years. Mostly, the community just sits around and glances at one another suspiciously. But today, things are getting more exciting: we have some meat on the bone, so...
Man kann in keiner Stadt wohnen, ohne sie nicht zu entdecken: Plakate annoncieren jedes Jahr zu Weihnachten den «Nussknacker». In manchen Familien gehört der Besuch dieses Lev-Ivanov-Balletts aus dem Jahr 1892 ebenso zur Vorweihnacht wie die ganze Hatz um Baum und Schmuck, Gans und Geschenke. Irgendwie erinnert die Geschichte um Marie und ihren Nussknacker ja auch...
