Stela Korljan: «Mario und der Zauberer»
Zeitgenossen entdecken in Thomas Manns Novelle Mario und der Zauberer mühelos Bezüge zu heute. Als ein Stück über die Freiheit des Willens choreografierte es Stela Korljan, Ballettdirektorin vom Schleswig-Holsteinischen Landestheater. Aus dem «Zauberer» wird der Ich-Erzähler, ein Alter Ego Thomas Manns: niemand anderes als der Generalintendant Michael Grosse, der sich als nachdenklichen und distanzierten Beobachter voll skeptischer Ironie auf die Bühne bringt. Gegen ihn haben Azat Gharibyans Kombinationen von Sprung- und Drehfiguren mit hohem Schwierigkeitsgrad keine Chance.
Ein Mensch ist frei, aber der Intendant in Rodinscher Denkerpose ist ihm überlegen. Thomas Mann schuf dazu einen Mitläufer, die Titelfigur Mario, der die reizende Silvestra entdeckt, die wiederum einen vollendeten Pas de deux mit dem Schriftsteller nutzt, um Mario eifersüchtig zu machen. Auf Basis dieses tödlich endenden Literaturklassikers entstand für die Bühnen des Landestheaters eine stimmige Ballettversion mit ergreifenden Verführungsszenen und einer sauberen Thomas-Mann-Moral im Schlussbild: «Wer zu gehorchen wisse, wisse auch zu befehlen».
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
In Hungary it pays to sit on cultural boards.
While this may only be a postcard from Budapest, I will be the first to admit that new dance has only deserved a postcard or two worth of news in recent years. Mostly, the community just sits around and glances at one another suspiciously. But today, things are getting more exciting: we have some meat on the bone, so...
Es war ein Festival der ersten Stunde. 1978 verwandelte sich Aix-en-Provence in ein zeitgenössisches Tanzzentrum unter freiem Himmel. Eingestampft wurde es anno 2005. Pardon, transferiert zugunsten des Ballet Preljocaj. Das CCN weiht gerade seinen Neubau ein, und der hat endlich einen Saal. Die achtzehn anderen CCN haben das nicht. Aber ein Saal kostet Geld und...
Igor Strawinsky hat uns seinen «Sacre du printemps» doppelt hinterlassen: in der originalen Orchesterfassung und in einer weniger bekannten Version für zwei Klaviere, die gelegentlich von Choreografen zum Vergleich herangezogen wurde. Auch Martin Stiefermann tut das. Aber er opfert nicht wie seine Kollegen (Uwe Scholz vielleicht ausgenommen) am Ende die eine...
